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12. Oktober 2012

Fachgerechte Entsorgung von Medikamenten

Medikamente, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, gelten als Sonderabfall und müssen entsprechend an den Verkaufs- oder Sammelstellen abgegeben werden. Diese sorgen für die fachgerechte Entsorgung.

Abgelaufene oder nicht gebrauchte Medikamente sind in der Schweiz als Sonderabfall klassifiziert. Sie dürfen daher nicht mit dem herkömmlichen Hausmüll entsorgt werden, sondern sind an Apotheken, Drogerien oder sonstige Sammelstellen zurückzubringen. Dieser Rücknahmeservice ist in der Regel kostenlos. Der Bund sieht für Verkaufsstellen keine Rücknahmepflicht vor, die Kantone können aber solche Regelungen erlassen. Normalerweise übernimmt der Medikamentenlieferant die Altmedikamente von den Verkaufsstellen und sorgt für ihre fachgerechte Entsorgung.

Medikamente der Zulassungskategorie E (beispielsweise Medizinaltees wie etwa spezielle Teemischungen gegen Erkältungen, Vitamintabletten etc.), die nicht nur im Fachhandel erhältlich sind, dürfen über den normalen Hausmüll entsorgt werden.

Entsorgung in Verbrennungsanlagen

Die zurückgebrachten Medikamente werden in einer der 28 Kehrichtverbrennungsanlagen oder in Sonderabfallverbrennungsanlagen entsorgt. Da werden Arzneimittel auf die gleiche Art wie der herkömmliche Hausabfall verbrannt und es stellt sich somit die Frage, warum Medikamente dennoch zurückgegeben werden müssen und nicht über den Abfalleimer entsorgt werden dürfen. Gemäss Bundesamt für Umwelt ist dies einerseits aus Sicherheitsgründen nötig, andererseits aber auch, damit der Hauskehricht und speziell das Abwasser nicht belastet werden. So ist es insbesondere wichtig, auch nicht verwendete Arzneimittel in flüssiger Form bei den Verkaufs- oder Sammelstellen abzugeben und nicht via Toilette oder Lavabo zu entsorgen, da dies zu Gewässerverunreinigungen führt.

Spezialfall Zytostatika

Anders sieht die Situation bei der Entsorgung von Zytostatika sowie Geräten und Behältern aus, die mit ihnen in Berührung kommen. Zytostatika sind Medikamente, die das Zellwachstum und/oder die Zellteilung hemmen. Sie werden vor allem in der Behandlung von Krebs eingesetzt. Spitäler, in denen solche Abfälle anfallen, müssen diese separat lagern und entsorgen. Zytostatika werden nicht wie andere Medikamente in normalen Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt, sondern müssen über spezielle Sonderabfallverbrennungsanlagen, welche die Abfälle mit einer höheren Temperatur verbrennen, entsorgt werden.

Abgelaufene #Medikamente müssen den Verkaufsstellen abgegeben werden. http://bit.ly/TkRDIH #iph
Medikamentenentsorgung
Abgelaufene Medikamente müssen bei den Verkaufsstellen abgegeben werden. Diese sorgen für eine korrekte Entsorgung per Kehrichtverbrennung.

Kommentare

Wo finde ich eine Organisation, die Medikamente die nicht mehr gebraucht und noch nicht abgelaufen sind, für die dritte Welt entgegennimmt?

Besten Dank für Ihr Interesse und Ihre Frage. Nicht mehr benötigte Medikamente sollten nicht für Entwicklungsländer gespendet, sondern an Apotheken, Drogerien oder sonstige Sammelstellen zurückgebracht werden. Der wichtigste Grund: Die Palette der gespendeten Medikamente deckt sich nicht mit dem Bedarf in den Empfängerländern. Für besonders benötigte Arzneimittel gibt es mittlerweile spezielle Programme, welche durch die Industrie oder karitative Organisationen finanziert werden und die Versorgung mit qualitativ einwandfreien und sicheren Medikamenten vor Ort sicherstellen. Sinnvoller ist deshalb eine Spende zuhanden einer entsprechenden Organisation. Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter
http://www.drugdonations.org/de/leitlinien_fur_arzneimittelspenden.pdf

ANFRAGE

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider gibt es in Deutschland (noch) keine solch flächendeckend einheitliche gesetzliche Regelung zur umweltgerechten Entsorgung von Altmedikamenten wie bei Ihnen in der Schweiz; vielmehr existiert ein einziger "kommunal gestrickter Flickenteppich" (www.arzneimittelentsorgung.de).

Bei der praktischen Umsetzung beim Schweizer Modell würde es mich interessieren, ob die AltMedikamente durch die Bürgerinnen und Bürger direkt dem Apotheker/der Apothekerin übergeben werden oder aber entsprechende Sammelbehälter in Schweizer Apotheken existieren?
Ich danke Ihnen sehr.

Freundliche Grüße aus Norddeutschland

Torsten Friesecke

Wilhelmshaven, 20.4.2017

Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Seit 2001 gilt in der Schweiz eine Rücknahmepflicht für Sonderabfälle, hierunter fallen auch abgelaufene oder nicht gebrauchte Medikamente. Die meisten Apotheken und Drogerien nehmen Altmedikamente zurück. Dies kann durch Sammelbehälter im Geschäft oder eine persönliche Rückgabe beim Apotheker/Drogisten geschehen. Es gibt kantonale Unterschiede. Wo die Entsorgung durch den Kanton finanziert wird, müssen die Fachstellen Arzneimittel kostenlos entgegennehmen. Andere hingegen dürfen dafür eine Gebühr verlangen.

 

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