Themen
Bis heute werden komplexe medizinische Behandlungen, die sich aus Einzelleistungen zusammensetzen, nicht bewertet und überprüft. Gerade mit Blick auf die chronischen Krankheiten, die bereits heute rund 80 Prozent der Gesundheitskosten verursachen und die wegen der alternden Gesellschaft stark zunehmen, besteht besonders grosser Handlungsbedarf. Fachleute sind sich einig, dass die Qualität und Effizienz der Versorgung von chronisch Kranken beispielsweise mit Diabetes, Brustkrebs, chronischen Lungenkrankheiten regional sehr unterschiedlich ist. Kaum überprüft werden zudem alte Leistungen, die durch den medizinischen Fortschritt zum Teil obsolet geworden sind.
Das grösste Potenzial für Qualitätsverbesserungen und Effizienzsteigerungen liegt bei der bestehenden klinischen Praxis und insbesondere bei der Behandlung von chronischen Krankheiten. Health Technology Assessment (HTA) kann und soll einen Beitrag leisten, Qualität und Effizienz dort zu steigern, wo die höchsten Kosten in der Grundversicherung anfallen.
Das Bewertungsverfahren muss jedoch die Erwartungen und Vorstellungen der Bevölkerung in Bezug auf ihre Gesundheitsversorgung und die solidarische Krankenversicherung reflektieren. Es gilt, die Ziele der solidarischen Krankenversicherung sowie deren rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen zu unterstützen. Der Zugang zur Innovation muss auch in Zukunft sichergestellt sein. Stark vereinfachende Methoden und fixe Kostenschwellen für einzelne Leistungen stehen dagegen zu Recht in der Kritik. Es sind Rationierungsinstrumente, die fundamentale, gesellschaftliche Werte ignorieren und von der Schweizer Stimmbevölkerung nicht akzeptiert werden. Die Erarbeitung eines Bewertungsverfahrens erfordert einen breiten Einbezug der Stakeholders, insbesondere Patienten, Kassen, aber auch Leistungserbringer wie Ärzte und Industrie, um Vertrauen und Akzeptanz für HTA zu schaffen.
Lesen Sie hier mehr zum Thema HTA:
http://www.interpharma.ch/de/politik/HTA.asp
