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„Um bessere Therapieerfolge zu erreichen, sollten für Volkskrankheiten wie Diabetes oder Krebs auf jeden Fall geschlechtsspezifische Medikamente entwickelt werden.“ Das sagt Kirstin Mittelstrass, Forscherin am Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt in München. Dank solcher Medikamente, so die Hoffnung der promovierten Biologin, „könnten vielleicht auch unerwünschte Nebenwirkungen besser kontrolliert werden“.
3000 Probanden
Mittelstrass hat zusammen mit anderen Forschern den Stoffwechsel von Männern und Frauen untersucht. Das Team betrachtete 131 Stoffwechselverbindungen im Blutserum von mehr als 3000 Probanden, vor allem Fette, Aminosäuren und Ester-Verbindungen. „In unserer Studie wurden Polymorphismen (SNPs) des Genoms, die zu Veränderungen der DNA-Sequenz führen und somit zu Veränderungen der Proteinmenge oder Proteinfunktion führen können, mit kleinsten Molekülen im Blutserum (Metabolite) in Verbindung gesetzt“, umreisst Mittelstrass die Untersuchungsmethode. Das Fazit der Studie, die dieser Tage in der Fachzeitschrift PLoS Genetics veröffentlicht wurde: In 101 der 131 untersuchten Verbindungen stiessen die Forscher auf geschlechtsspezifische Unterschiede.
Molekular völlig verschieden
Mittelstrass und ihre Forscherkollegen sehen darin den Beweis, dass „Männer und Frauen molekular zwei völlig unterschiedlichen Kategorien zuzuordnen sind“. Um das Ziel geschlechtsspezifischer Therapien zu erreichen, müssen die Wissenschaftler die Entstehungsmechanismen der fraglichen Volkskrankheiten allerdings noch besser verstehen. Dafür wollen sie zusätzliche Stoffwechselverbindungen untersuchen und weitere Studien unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten auswerten.
