Themen

11.04.2014

Krebszellen verbrennen

Nanopartikel sind Kleinstteilchen in der Grössenordnung von Millionstelmillimetern. Eine bestimmte Klasse dieser Teilchen könnte in Zukunft dazu genutzt werden, Krebszellen zu verbrennen. Das konnten Wissenschaftler der ETH Zürich zeigen.

Wer einen Krebstumor bekämpfen will, muss die Tumorzellen operativ entfernen oder sie chemisch oder durch Bestrahlung bekämpfen. Einen weiteren, neuartigen Weg haben nun Forscher der ETH Zürich in einer Fachpublikation beschrieben. Hierbei werden Kleinstteile im Millionstelmillimeter-Massstab (Nanopartikel) eingesetzt, um Tumorzellen zu verbrennen. Zum Einsatz kommt hierbei ein besonderer Typ von Nanopartikeln, sogenannte plasmonische Nanopartikel. Plasmonische Nanopartikel sind Kleinstteilchen, die Licht im nahen Infrarot-Bereich absorbieren und sich dabei aufheizen. Diese Hitze lässt sich zur Vernichtung der Krebszellen nutzen.

Gegen Brustkrebszellen erfolgreich

Wie die Zerstörung von Krebszellen gelingt, erklärt Dr. Georgios A. Sotiriοu, der früher an der ETH geforscht hat und unterdessen an der Harvard-Universität tätig ist: „Wenn ein plasmonisches Partikel Licht absorbiert, wird ein Teil der absorbierten Energie in Hitze umgewandelt. Ist ein plasmonisches Nanopartikel nahe oder sogar in einer Tumorzelle und wird mit Licht einer geeigneten Wellenlänge bestrahlt, fungiert das Teilchen als 'winzige Heizung': es erhöht die Temperatur lokal und zerstört die Tumorzelle durch Hitze.“ Sotiriou und seine Kollegen konnten an Zellkulturen von Brustkrebszellen in der Petrischale zeigen, dass die Nanoteilchen nach Bestrahlung mit Infrarotlicht genug Energie aufnehmen, um Krebszellen abzutöten.

Weitere Forschung nötig

Die neue Methode im Kampf gegen Krebs klingt im Prinzip einfach. Bis sie Eingang in den klinischen Alltag findet, sind aber noch etliche Hürden zu überwinden, wie Georgios A. Sotiriοu betont: „So ist zum Beispiel weitere Forschung nötig mit Blick auf die Verteilung der Nanopartikel im menschlichen Körper und hinsichtlich der Wege, die Konzentration der Nanopartikel im Bereich des Tumors zu verbessern. Ferner muss untersucht werden, was mit den Nanoaggregaten nach der Behandlung geschieht, auch wenn diese aus relativ verträglichen Materialien bestehen. Schliesslich sind auch Fragen hinsichtlich deren Wirksamkeit im lebenden Körper zu beantworten.“

ETH-Forscher zeigen, wie sich Nanopartikel zur Zerstörung von Krebszellen einsetzen lassen. http://bit.ly/1jxBm3j #iph
Dr. Georgios A. Sotiriοu
Dr. Georgios A. Sotiriοu, vor seinem Wechsel an die Harvard-Universität Forscher an der ETH Zürich.
 

Weitere Themen