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2. Juli 2015

Bundesrat prüft Massnahmen im Bereich 3R

Der Bundesrat zeigt in einem Bericht auf, wie die Erforschung von Alternativmethoden gefördert, die Zahl der Tierversuche verringert und die Belastung der Tiere vermindert werden kann. Interpharma begrüsst die vorgeschlagenen Massnahmen.

Mit dem Bericht erfüllt der Bundesrat ein Postulat der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (12.3660 WBK-N). Die vorgeschlagenen Massnahmen des Bundesrates zum Thema 3R* und Förderung von Alternativmethoden zu Tierversuchen begrüsst Interpharma sehr und setzt zur Umsetzung weiterhin auf einen Dialog aller Beteiligten aus Tierschutz, Wissenschaft, Industrie, Behörden und Politik.

Aus- und Weiterbildung fördern

Eines der Kernelemente bildet die Erweiterung der Aus- und Fortbildung von Forschenden im Bereich 3R. Schon heute absolvieren Forschende, die Tierversuche durchführen, eine mehrtägige theoretische und praktische Ausbildung. Neu soll das Thema 3R im Curriculum der Studierenden aller naturwissenschaftlichen und medizinischen Studienrichtungen aufgenommen werden.

Nationales Kompetenzzentrum

Als weitere zentrale Massnahme soll die Schaffung eines nationalen Kompetenzzentrums geprüft werden. Dieses soll die Forschung gezielt fördern und in Zusammenarbeit mit der Industrie und den Hochschulen die entsprechenden Ergebnisse nachhaltig umsetzen. Das Kompetenzzentrum könnte Dienstleistungen für die Vollzugsbehörden, die Industrie und die Hochschulen im Bereich der 3R-Aus-, Weiter- und Fortbildung erbringen. Zudem soll es 3R-relevante Daten wissenschaftlich aufarbeiten und den Forschungsgruppen zur Verfügung stellen, 3R-Methodenforschung und -validierung initiieren sowie die internationale wissenschaftliche Vernetzung sicherstellen. Ein klar definiertes Aufgabengebiet und eine stabile Finanzierung müssen die Basis dazu bilden.

Zukunft der Stiftung 3R

Der Bericht äussert sich zudem zur möglichen Zukunft der Stiftung Forschung 3R. Die Stiftung, die seit 1987 besteht und paritätisch von Bund und Interpharma finanziert wird, fördert die Forschung auf dem Gebiet der Alternativmethoden zu Tierversuchen durch die Finanzierung von Forschungsprojekten. Ihre finanziellen Mittel sind allerdings begrenzt. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Stiftung Forschung 3R weiterhin einen wertvollen Beitrag zur Erforschung von Alternativmethoden leisten kann.

Derzeit suchen das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation im Rahmen der verfügbaren Kredite gemeinsam nach Lösungen für die Umsetzung dieser Massnahmen.

*3R steht für Replace (Tierversuche ersetzen), Reduce (Reduktion der Tierzahlen) und Refine (technische Verbesserung der Tierversuche). Mit der Anwendung der 3R-Prinzipien sollen Tierversuche auf das absolute Minimum beschränkt und die Tiere so wenig wie möglich belastet werden.

Alternativmethoden zu Tierversuchen und #3R: Bundesrat veröffentlicht Bericht mit Massnahmenkatalog. http://bit.ly/1GNg9L7 #iph
Tierversuche und Tierschutz
 

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