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23. Dezember 2016

Wenn Krebspatienten gesund essen

Wenn sich Personen, die früher einmal an Krebs erkrankt sind, gesund ernähren, verlängert dies ihre Lebensspanne. Das zeigt ein Wissenschaftlerteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke.

Viele Menschen, die an einem Krebstumor erkrankt sind, unterziehen sich nicht nur einer der klassischen Krebsbehandlungen wie Operation, Strahlen- oder Chemotherapie. Sie versuchen auch, nach überstandener Erkrankung mit aktiver Bewegung und gesunder Ernährung eine Rückkehr der Erkrankung abzuwenden. Dass eine gesunde Ernährung tatsächlich einen günstigen Effekt auf die Lebenserwartung hat, bestätigt nun eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben für die Untersuchung 117 Beobachtungsstudien mit Daten von über 200'000 Personen ausgewertet. Sie konnten dabei aufzeigen, dass ehemalige Krebspatientinnen und -patienten ein um 50% erhöhtes Risiko haben, vorzeitig zu versterben, wenn sie sich ungesund ernähren. Darüber berichten die Forscher in der Fachzeitschrift 'Nutrition Reviews'.

Weg von der 'Western-Diät'

Als gesund stufen die Forscher eine Ernährung reich an Getreideprodukten, Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen sowie Fisch ein. Der ungesunde Kontrast dazu bildet die sogenannte 'Western-Diät'. Sie ist charakterisiert durch einen hohen Anteil von gesättigten Fetten, zucker- und salzhaltigen Lebensmitteln, Weissmehlprodukten und stark verarbeiteten Lebensmitteln wie beispielsweise Wurstwaren. Insbesondere bei Brust- und Darmkrebspatienten wirkte sich eine ungesunde Ernährung negativ auf die Lebenserwartung aus. Auch erhöhter Alkoholkonsum verkürzte die Lebenszeit, dies insbesondere bei Personen, die an Leber-, Speiseröhren- und Rachenkrebs sowie Tumoren im Kopf- und Nackenbereich erkrankt waren. In welchem Ausmass die Art der Ernährung die Lebenszeit beeinflusst, bleibt mit der Studie allerdings offen. „Leider kann ich anhand der publizierten Daten keine konkreten Angaben bezüglich Lebenszeitzeitverlängerung geben“, sagt Studienleiter Dr. Lukas Schwingshackl.

Ernährungsempfehlungen

Die Autoren der Studie ziehen aus den Resultaten den Schluss, dass die Ernährungsweise die Lebenserwartung von ehemaligen Krebspatientinnen und -patienten beeinflussen kann. Sie regen weitere Studien an, deren Ergebnisse dann in konkrete Ernährungsempfehlungen für ehemalige Patienten münden und auch die Rehabilitationsmassnahmen nach einer Krebserkrankung beeinflussen könnten. „Die Krebserkrankung kann eine gute Motivation sein, um über den zukünftigen Lebensstil nachzudenken und ihn anders als bisher zu gestalten“, kommentierte Professor Heiner Boeing, einer der Mitautoren. „Auch im mittleren Alter ist der Lebensstil eine entscheidende Grösse für die Lebenserwartung. Unsere epidemiologischen Studien zeigen, dass mit einer gesunden Ernährung sich auch die Lebenserwartung verlängert. Mit steigender Zahl von Krebsüberlebenden rückt eine aktives Gestalten des Alterns auch für diese Bevölkerungsgruppe in den Vordergrund.“

Eine gesunde #Ernährung bringt ehemaligen Krebspatienten eine längere #Lebenserwartung. http://bit.ly/2hxEJLA #iph
Ernährung_Gemüse_Früchte
Frisches Obst und Gemüse sind Teil einer gesunden Ernährung.
 

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