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5. Januar 2017

Hilfe bei Hodentumoren

Hodenkrebs betrifft insbesondere Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Eine Kombination von zwei Wirkstoffen könnte künftig jenen Patienten helfen, bei denen die verfügbaren Medikamente nicht die erwünschte Wirkung zeigen.

Hodenkrebs ist ein bösartiger Krebstumor, der heute glücklicherweise in vielen Fällen geheilt werden kann. „Die Behandlung von Hodenkrebs ist eine eigentliche Erfolgsstory; inzwischen können weit über 80% der Patienten geheilt werden. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto höher die Heilungschance“, sagt Prof. Hubert Schorle vom Institut für Pathologie der Universität Bonn. Ein internationales Forscherteam um Hubert Schorle ist nun einer Wirkstoff-Kombination auf der Spur, die auch jenen Patienten helfen könnte, bei denen die bisher verfügbaren Medikamente nicht den erwünschten Erfolg bringen. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler im 'Journal of Cellular and Molecular Medicine'.

Niedrigere Dosierung

Die deutschen Forscher haben an Mäusen eine Kombination aus zwei Wirkstoffen untersucht. Einer der beiden Wirkstoffe ist bekannt unter dem Namen JQ1. Er unterbindet die Reifung der Spermien und war deshalb früher als 'Pille für den Mann' in Diskussion. Wie neuere Untersuchungen zeigen, tötet JQ1 auch Krebszellen ab. Beim zweiten Wirkstoff handelt es sich um Romidepsin. Dieser Wirkstoff wird heute bereits zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen eingesetzt und bekämpft – wie die neusten Forschungen aus Bonn deutlich machen – auch Krebszellen in den Hoden wirksam. „Indem wir JQ1 und Romidepsin für eine Kombitherapie von Hodenkrebs nutzen, können wir die einzelnen Wirkstoffe niedriger dosieren und damit die Verträglichkeit der Behandlung verbessern“, sagt Hubert Schorle.

Übertragung auf den Menschen

Die vorliegenden Resultate aus den Tierversuchen wecken die Zuversicht auf einen weiteren Fortschritt bei der Behandlung von Hodentumoren. Zusätzliche Studien müssen nun nachweisen, ob sich die bisherigen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen. Einen Beitrag zu den aktuellen Resultaten hat neben Wissenschaftlern der Harvard Medical School auch PD Dr. Dr. med. Friedemann Honecker geleistet, der heute als Onkologe im Tumor- und Brustzentrum ZeTuP in St. Gallen tätig ist. Honecker hat zuvor am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gearbeitet und dort Cisplatin-resistente Zelllinien etabliert. Diese bildeten eine wichtige Grundlage für die Experimente, die das Bonner Forscherteam um Prof. Schorle nun durchgeführt hat.

Ein internationales Forscherteam hofft mit einer Kombitherapie Hodenkrebs noch besser heilen zu können. http://bit.ly/2j78tiG #iph
Prof. Hubert Schorle
Prof. Dr. Hubert Schorle.
 

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