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16. März 2017

Mit Verstärkung zur Innovation

Dank dem Personenfreizügigkeitsabkommen können Unternehmen auch Stellen besetzen, für die es im Inland zu wenige Fachkräfte gibt. Das ist auch für Pharmaunternehmen enorm wichtig, weil sie besonders viele hochspezialisierte Arbeitsstellen anbieten.

Bis ein Medikament vom Labor zur Anwendung bei den Patientinnen und Patienten gelangt, dauert es in der Regel viele Jahre. An diesem Prozess sind zahlreiche Forscherinnen, Laboranten, Datenanalytiker, Biologinnen und viele weitere Menschen in hochspezialisierte Funktionen beteiligt. Sie alle tragen ihren Teil zur Innovation bei, und viele dieser Stelle bedingen Qualifikationen, die in der Schweiz selbst zwar auch vorhanden sind, aber aufgrund der geringen Grösse des Landes in vielen Fällen zu wenig.

Forschung und Produktion dank der Personenfreizügigkeit in der Schweiz halten

Damit auch in Zukunft in der Schweiz geforscht und Medikamente entwickelt werden können, ist der einfache Zugang zu den gesuchten Fachkräften enorm wichtig. Genau dies leistet das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU, das Teil der bilateralen Verträge I ist. Dank diesem Abkommen können Firmen für Stellen, für die sie in der Schweiz keine Arbeitskräfte finden, auch Fachkräfte aus den 28 EU-Staaten unbürokratisch und schnell rekrutieren und anstellen. Das bedeutet auch, dass die Zuwanderung aus den EU-Staaten vom Gang der Wirtschaft abhängig ist: Wenn die Unternehmen aufgrund guten Geschäftsgangs vermehrt Stellen schaffen und diese mit dem Schweizer Fachkräftepool nicht mehr besetzt werden können, können die Firmen auch in den EU-Ländern rekrutieren.

Europäische Bürgerinnen und Bürger dürfen dabei nur in die Schweiz einwandern, wenn sie einen gültigen Arbeitsvertrag haben, eine selbstständige Tätigkeit ausüben oder wenn sie nachweisen können, dass sie über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um ihren Lebensunterhalt in der Schweiz zu finanzieren. Zudem müssen sie in der Schweiz auch eine Krankenversicherung abschliessen. Es gelten also klare Bedingungen für die Einwanderung.

40‘000 Menschen aus über 100 Ländern

In der Schweizer Pharmabranche arbeiten mehr als 40‘000 Menschen aus über 100 Nationen. Über die Hälfte von ihnen stammt aus unseren europäischen Nachbarländern, insbesondere aus Deutschland (27%) und Frankreich (15%). Darunter sind auch zahlreiche Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die etwa bei den Basler Pharmaunternehmen arbeiten, aber nicht in der Schweiz wohnen. So sind an der Entwicklung eines neuen Medikaments denn auch nicht nur zahlreiche verschiedene Berufsgattungen, sondern auch dutzende Nationalitäten beteiligt. Diese Offenheit und die Möglichkeit, auch im europäischen Ausland einfach und unbürokratisch zu rekrutieren, ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der Schweizer Pharmaindustrie.

Personenfreizügigkeit gilt in beide Richtungen

Es machen aber nicht nur europäische Bürgerinnen und Bürger von der Möglichkeit Gebrauch, in der Schweiz zu arbeiten und zu leben. Auch Schweizerinnen und Schweizer können sich dank dem Personenfreizügigkeitsabkommen unbürokratisch und einfach in anderen europäischen Ländern niederlassen und arbeiten. Die Personenfreizügigkeit ist also keine Einbahnstrasse. Viele Schweizerinnen und Schweizer machen von dieser Freiheit Gebrauch: Mittlerweile lebt jede zehnte Person mit Schweizer Pass im Ausland. Diese sogenannte „fünfte Schweiz“ ist inzwischen der drittgrösste Kanton.

Dank der Personenfreizügigkeit können Pharma-F&E in der Schweiz gehalten werden. http://bit.ly/2mvKFqe #iph
Mann im Labor
 

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