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7. April 2017

Gefälscht wird nahezu alles

Am Samstag startet die zweite Saison der Sonderausstellung «Schöner Schein – dunkler Schatten?» zum Thema Fälschungen und Piraterie im Zollmuseum in Cantine di Gandria.

Viele Fälschungen sehen auf den ersten Blick fast gleich aus wie das Original. Gefälschte Waren sind jedoch aus minderwertigen Materialien oder Inhaltsstoffen hergestellt. Deshalb funktionieren sie entweder nur schlecht oder gar nicht und schaden in vielen Fällen sogar der Gesundheit. Ein vermeintliches «Schnäppchen» kann die Käuferin oder den Käufer also teuer zu stehen kommen. Die Sonderausstellung «Schöner Schein – dunkler Schatten?» im Zollmuseum in Cantine di Gandria zeigt eindrücklich auf, was alles gefälscht und illegal kopiert wird. Besucherinnen und Besucher können im Sammelsurium gefälschter Waren stöbern und erhalten Einblick in eine Fälscherwerkstatt. Sie erfahren, wie Fälscher aus ihren illegalen Geschäften grossen Profit machen und auf wessen Kosten dies geht. In einem nachgebauten Wohnzimmer lernen die Besucherinnen und Besucher die Familie Flückiger kennen. Die Familienmitglieder erzählen, wie sie auf der Schnäppchenjagd auf Fälschungen hereingefallen sind. In der Ausstellung erfahren die Besucher, wie sie Fälschungen vom Original unterscheiden können und welche Alarmsignale hellhörig machen sollten. So sind beispielsweise ungewöhnliche Internetadressen wie «XY-out-letswitzerland.eu» und Produktbeschreibungen wie «Imitat» oder «Importware» verdächtig.

Wie russisches Roulette spielen

Gefälscht wird nahezu alles – die Palette von Fälschungen und Kopien reicht von Medikamenten, Ersatzteilen, über CDs und DVDs bis hin zu Lebensmitteln und Kleidern. Wer Medikamente aus unsicheren Quellen im Internet bestellt, riskiert sein Leben, denn diese Pillen können giftige Wirkstoffe enthalten. Auch wenn die Medikamente aus dem Internet noch so harmlos aussehen und im besten Fall wirkungslos sind – sie zu schlucken, ist wie russisches Roulette zu spielen. Anders als Originalmedikamente (einschliesslich Generika) können Arzneimittelfälschungen alles Mögliche enthalten – nur selten das, was wirklich hilft.

Bisher 12 000 Besucher

Die Sonderausstellung «Schöner Schein – dunkler Schatten?» wurde in Zusammenarbeit zwischen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) und der Schweizer Plattform gegen Fälschung und Produktepiraterie STOP PIRACY realisiert. Die EZV arbeitet ab diesem Jahr zudem neu mit dem Museo delle Culture MCL aus Lugano zusammen. Dies ermöglicht dem Zollmuseum eine bessere Verankerung im Kanton Tessin. In der Saison 2016 haben insgesamt ca. 12 000 Besucher das Zollmuseum besucht, darunter viele Schulklassen und Familien.

STOP PIRACY ist die Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie. Interpharma ist seit dessen Gründung Mitglied des gemeinnützigen Vereins, der private Unternehmen und Verbände, Behörden und Institutionen aus dem öffentlichen Sektor sowie Konsumentenvertreter umfasst. STOP PIRACY leistet Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit bei den Konsumenten und macht sich stark in der Zusammenarbeit zwischen den Behörden und der Wirtschaft.

Das Museum ist von April bis Oktober täglich von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt CHF 3.- / 1.50, Eintritt frei bis 6 Jahre. Das Museum ist nur während der Schifffahrtssaison geöffnet und im Winter geschlossen.

#Fälschungen - ein vermeintliches «Schnäppchen» kann den Käufer teuer zu stehen kommen. @STOPPIRACY_CH http://bit.ly/2nJVB4b #iph
STOP PIRACY Sonderausstellung Gandria
Die Sonderausstellung «Schöner Schein – dunkler Schatten?» im Zollmuseum in Cantine di Gandria zeigt eindrücklich auf, was alles gefälscht und illegal kopiert wird.
 

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