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20. April 2017

Knorpel drucken und implantieren

Ein schwedisches Forschungsteam hat zum ersten Mal bewiesen, dass menschliche Knorpelzellen nicht nur 3D gedruckt werden, sondern auch implantiert werden können und dann weiterwachsen.

Knorpel aus dem 3D-Drucker? Was vor wenigen Jahren vor allem nach Science-Fiction tönte, tönt immer mehr nach Science. Knorpelschäden können schwerwiegende Folgen haben. Knie, Nase, Ohren, Bandscheiben können betroffen sein. Knorpel wird auf unterschiedliche Weise beschädigt: durch eine Krankheit, durch einen Unfall oder durch die stete Abnützung über die Jahrzehnte. Betroffen sind viele Menschen, von der Spitzensportlerin bis zum Grossvater. Um Knorpelschäden zu behandeln, wird heute oft Knorpel an einer Stelle des Körpers entnommen, etwa am Brustkorb und an der betroffenen Stelle eingesetzt. Das ist jedoch aufwändig und zum Teil sehr schmerzhaft.

Knorpelzellen aus dem Labor?

Seit Jahren tüfteln Forscher daher an einer Methode, um Knorpel im Labor herzustellen. Ein schwedisches Forschungsteam hat nun mit Hilfe eines 3D-Druckers gezeigt, dass aus menschlichen Knorpelzellen ein Gewebe entstehen kann, das durchblutet wird und wächst. Dazu haben die Forscher das menschliche Gewebe in Mäuse übertragen, um zu testen, ob die Zellen dort weiterwachsen.

Keine Revolution, sondern eine Evolution

Der Autor der Studie, Paul Gatenholm, warnt jedoch vor allzu grosser Euphorie. Das Drucken von ganzen Organen sei noch immer weit entfernt. Realistischer sei die Produktion einfacher Gewebe wie eben Knorpel. "Wir hoffen, dass wir eines Tages Zellen drucken können, die ein Teil des Körpers werden. Unsere Resultate sind keine Revolution, sondern eine Evolution."

Menschliche Knorpelzellen können gedruckt und implantiert werden. http://bit.ly/2opeFWp #iph
Knorpel aus 3D-Drucker
Knorpel aus 3D-Drucker
 

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