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16. Mai 2017

Einfacher Export auf dem Landweg

Über 95% aller Pharmaexporte nach Europa verlassen die Schweiz in Lastwagen. Dank den bilateralen Verträgen I mit der EU wurde der Import und Export auf dem Landweg erleichtert. Das führt zu weniger Bürokratie und tieferen Transportkosten.

Die Pharmaindustrie ist die wichtigste Exportbranche der Schweiz und exportierte 2016 Produkte im Wert von über 80 Milliarden Franken ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Exporte ging nach Europa. Der allergrösste Teil dieser Ausfuhren erreicht seine Lieferdestination auf der Strasse per Lastwagen: Über 95% aller Pharmaexporte in andere europäischer Länder erfolgt per Lastwagen. Über alle Branchen gesehen werden etwa drei Viertel aller Exporte aus der Schweiz per Lastwagen nach Europa geliefert.

Heute fällt diese Art der Lieferung in die EU unter das Landverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der EU, das Teil der bilateralen Verträge I ist. Dieses ermöglicht eine gemeinsame, abgestimmte Verkehrspolitik, öffnet die Strassen- und Schienenverkehrsmärkte in ganz Europa und schafft auch technische Hindernisse ab. Dadurch hat sich der Import und Export von Gütern vereinfacht und damit auch verbilligt. Davon profitieren Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz wie auch in der EU.

Zurück zu Abkommen aus den 1950er-Jahren?

Ohne dieses Abkommen müsste die Schweiz mit jedem einzelnen EU-Staat eigene Vereinbarungen treffen. Dies würde zu erheblichem bürokratischem Aufwand führen. Zwar existieren noch diverse bilaterale Abkommen mit einzelnen EU-Staaten, die aber von den Bilateralen I überlagert werden. Diese Abkommen stammen allerdings zum Teil noch aus den 1950er-Jahren und würden bei einem Wegfall der Bilateralen I wieder in Kraft treten. Dies würde im Güterverkehr mit vielen EU-Staaten zu Transportbeschränkungen führen. So wären dann beispielsweise aus Deutschland nur noch knapp 30% der heutigen Transporte möglich, denn der Vertrag mit Deutschland sieht eine Obergrenze der Zahl der möglichen Transportbewegungen vor, die viel tiefer ist als die heutige Zahl der Transporte aus Deutschland.

EU-Transporteure finanzieren Schweizer Infrastruktur mit

Alle Lastwagen müssen – unabhängig davon, ob es sich um Schweizer oder ausländische Spediteure handelt – in der Schweiz die „Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe“ (LSVA) zahlen, mit der insbesondere die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene bezweckt wird. Die Einnahmen daraus werden in der Schweiz für die Finanzierung verschiedenster Verkehrsprojekte genutzt, um das Schienennetz und den alpenquerenden Verkehr noch effizienter zu gestalten. Ein Viertel der LSVA-Gelder stammt von Transporteuren aus anderen europäischen Ländern. Diese Einnahmen sind beispielsweise in den Bau des neuen Gotthard-Basistunnels geflossen.

Die Schweiz profitiert also in mehreren Hinsichten von der verkehrspolitischen Zusammenarbeit mit der EU: Einerseits können Güter einfacher in die Schweiz eingeführt und aus der Schweiz exportiert werden. Das führt zu günstigeren Transportkosten und entsprechend tieferen Preisen. Andererseits wird die Verkehrsinfrastruktur in der Schweiz durch Transporteure aus Europa mitfinanziert.

Die Bilateralen I haben den Transport Schweiz - EU auf dem Landweg entscheidend erleichtert. http://bit.ly/2qM44Kh #iph
Güter Transport Container
 

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