Themen

26. Juli 2017

Vielversprechende Studien mit personalisierten Krebsimpfstoffen

Zwei Teams in den USA und in Deutschland ist es gelungen, personalisierte Impfstoffe zu entwickeln, die das Immunsystem von Hautkrebspatienten individuell stärken. Die Resultate von ersten Studien mit wenigen Patienten lassen hoffen.

Seit Jahren versuchen Wissenschafter, Impfstoffe gegen Krebs zu entwickeln und das Immunsystem so zu aktivieren, dass es spezifisch Krebszellen erkennt und vernichtet – mit einigem Erfolgen. Aber der grosse Durchbruch ist bislang ausgeblieben. «Unsere Studie beweist, dass massgeschneiderte Impfstoffe das Immunsystem spezifisch gegen den Tumor des Patienten aufrüsten können», sagt Catherin J. Wu, Krebsspezialistin am Dana-Faber-Institut in Boston (USA) und Co-Autorin einer ersten Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Nature erschienen ist. Die Forschungsgruppe testete ihr Verfahren an sechs Hautkrebspatienten. Vier davon hatten zwei Jahre später noch immer keine Anzeichen von Krebs.

Zu ermutigenden Resultaten ist auch ein Deutsches Team von Krebsspezialisten um eine Biotechfirma in Mainz gekommen. Auch ihr Impfstoff half dem Immunsystem der 13 Versuchspatienten, die Tumore gezielt zu bekämpfen. Acht der Patienten blieben danach tumorfrei.

Das Vorgehen der Forscher

Die Methoden der beiden Teams sind sehr ähnlich. Sie machen sich zunutze, dass Krebszellen aufgrund von Veränderungen im Erbgut neuartige Proteine, sogenannte Neoantigene, produzieren und diese an der Oberfläche der Krebszelle präsentieren. Diese Antigene werden in der Regel vom Immunsystem als fremde Strukturen erkannt und die Krebszellen mittels T-Zellen bekämpft – aber nicht immer. Manchmal gelingt es den Krebszellen, das Immunsystem auszutricksen, auch weil es Hunderte verschiedene Neoantigene gibt.

Hier setzen die Krebsforscher an. Sie entnehmen den Patienten Proben des Tumors und analysieren diese. Danach wird berechnet, welche Antigene sich am besten für eine Immunantwort eignen. Die Krebsspezialisten in Deutschland spritzten dann den Patienten die entsprechenden RNA-Schnipsel, damit deren Immunsystem die T-Zellen informieren kann, welche mutierten Hautkrebszellen sie angreifen sollen. Die Forscher in Boston spritzen nicht die RNA-Schnipsel, sondern die mutierten Antigene selbst und rüsteten die T-Zellen auf diese Weise mit Informationen aus. Der Effekt ist der gleiche: Das Immunsystem kann sich auf diese Weise besser auf die Antigene einstellen und die entsprechenden Krebszellen abtöten.

Beide Verfahren sind sehr aufwändig und teuer

Weitere Tests werden zeigen, ob die Verfahren mehr als ein hoffnungsvoller Ansatz sein werden.

Forscherteams entwickeln personalisierte #Impfstoffe, die das Immunsystem von Hautkrebspatienten stärken. http://bit.ly/2tBxGrw #iph
Forscherteam
Forscherteam
 

Weitere Themen