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30. August 2017

Kampf gegen ein oft tödliches Fieber

Forscher der Universität Basel haben im Immunsystem einen Botenstoff identifiziert, dessen Hemmung neue Behandlungsmöglichkeiten des viralen Hämorrhagischen Fiebers eröffnet.

Hämorrhagische Fieber verlaufen oft tödlich. Zwar bestehen heute schon gewisse Behandlungsmöglichkeiten, diese aber sind nach wie vor unzureichend, wie Prof. Daniel Pinschewer von der Universität Basel sagt: „Bei der Behandlung der verschiedenen Virusinfektionen, die unter dem Begriff hämorrhagisches Fieber zusammengefasst werden, stehen heute die üblichen intensivmedizinischen Massnahmen wie Kreislaufunterstützung im Vordergrund. Gegen bestimmte Krankheitsformen sind auch schon spezifische Medikamente im experimentellen Stadium verfügbar, zum Beispiel der Wirkstoff ZMab für Ebola. Gegen das Lassa-Fieber gibt es den Wirkstoff Ribavirin, dessen Wirksamkeit aber beschränkt ist und für den ein definitiver Nachweis im Sinne einer Zulassungsstudie ausstehend ist.“

Immunzellen machen krank

Ein Forscherteam um Daniel Pinschewer am Departement Biomedizin der Universität Basel hat nun neue Erkenntnisse gewonnen, die die Behandlung dieser Virusinfektionen künftig verbessern könnte. Die Wissenschaftler haben erforscht, wie die mitunter tödlichen Schockzustände bei Patienten mit hämorrhagischem Fieber hervorgerufen werden. Sie konnten bei Versuchen mit Mäusen zeigen, dass das Immunsystem hierfür eine zentrale Rolle spielt. Das Erstaunliche dabei: Gelingt es dem Immunsystem nicht, den Krankheitserreger aus dem Körper zu vertreiben, so ist es stattdessen ursächlich an der Krankheitsentstehung beteiligt, indem es über einen komplexen Prozess zur überschiessenden Herstellung von Stickstoffmonoxid (NO) anregt. Über ihre Erkenntnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift 'Cell Host & Microbe'.

Studien an infizierten Affen oder im erkrankten Menschen

Die Erkenntnisse wecken die Hoffnung, dass sich bei hämorrhagischem Fieber lebensbedrohliche Schockreaktionenen mittels Blockierung des Botenstoffs Interferon-gamma künftig unterbinden lassen. In Versuchen mit Mäusen konnten die Wissenschaftler dies bereits nachweisen: Die medikamentöse Blockierung des Botenstoffs verhinderte die Überproduktion von NO und bewahrt die Tiere vor einem Kreislaufkollaps, sodass sie die Virusinfektion überlebten. Was ist der nächste Schritt, um auf der Grundlage der neusten Erkenntnisse ein Medikament gegen Hämorrhagisches Fieber zu entwickeln? Dazu die Einschätzung von Daniel Pinschewer: „Entweder sollten proof-of-principle-Studien im Lassavirus-infizierten Affen folgen, oder direkt die Erprobung im erkrankten Menschen im Rahmen klinischer Studien. Das ist heute aber nicht absehbar.“

Ein Basler Forscherteam rückt dem Hämorrhagischen #Fieber zu leibe. http://bit.ly/2x35n9P #iph
Hämorrhagisches Fieber
Hämorrhagisches Fieber
 

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