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30. Oktober 2017

Abnahme der Krebssterblichkeit

Obwohl die Zahl der Krebsneuerkrankungen in der Schweiz zunimmt, sinkt die Krebssterblichkeit. Dies zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS), die heute veröffentlicht wurden.

Krebs ist in der Schweiz nach den Herz-Kreislauf-Krankheiten die zweithäufigste Todesursache. Mehr als jeder vierte Todesfall ist auf Krebs zurückzuführen. Jährlich erkranken etwa 20‘000 Menschen neu an Krebs. Männer sind dabei häufiger von einer Tumorerkrankung betroffen als Frauen: Im Zeitraum 2010 bis 2014 wurde bei 429 von 100‘000 Männern Krebs diagnostiziert, bei den Frauen wurde bei 328 von 100‘000 eine Krebserkrankung entdeckt. Im Vergleich zur zweiten Hälfte der 1980er-Jahre erkranken heute etwa 10% mehr Frauen an Krebs, während die Neuerkrankungsrate bei den Männern ganz leicht abgenommen hat.

Lungenkrebs: Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Bei den Frauen werden insbesondere mehr Neuerkrankungen von Lungenkrebs verzeichnet: Wurde in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre noch bei rund 15 von 100‘000 Frauen Lungenkrebs diagnostiziert, sind es heute fast doppelt so viele. Umgekehrt hat die Rate der Neuerkrankungen bei den Männern im selben Zeitraum um über einen Drittel abgenommen. Grund dafür dürfte sein, dass der Anteil der Männer, die regelmässig rauchen, gesunken ist, währenddem dieser Anteil bei den Frauen zugenommen hat.

Sinkende Krebssterblichkeit trotz mehr Neuerkrankungen

Während die Zahl der Neuerkrankungen bei den Männern seit der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre stabil ist und bei den Frauen zugenommen hat, hat umgekehrt die Sterblichkeit bei beiden Geschlechtern stark abgenommen: Bei den Männern um 37%, bei den Frauen um 27%. Grund für diese Abnahme sind u.a. bessere Therapiemöglichkeiten, insbesondere in Verbindung mit Früherkennungsmethoden. Denn Krebserkrankungen, die früh erkannt werden, sind in der Regel besser behandelbar. Dies zeigt sich beispielsweise bei Magenkrebs, wo der Rückgang der Sterblichkeit bei beiden Geschlechtern fast zwei Drittel beträgt und wo es Früherkennungsmethoden gibt.

Bei praktisch allen Krebsarten haben die Sterblichkeitsraten seit Ende der 1980er-Jahren bei beiden Geschlechtern abgenommen. In vielen Fällen und speziell bei häufig auftretenden Krebsarten wie z.B. Prostatakrebs bei den Männern oder Brustkrebs bei den Frauen beträgt die Abnahme jeweils über 40%.

Neue Zahlen zeigen: Trotz mehr Neuerkrankungen nimmt die Krebssterblichkeit in der Schweiz ab. http://bit.ly/2gVnybK #iph
Krebsinzidenz- und Mortalität
 

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