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14. November 2017

Lebenserwartung sinkt erstmals seit 1990

Wegen der Grippe- und Hitzewelle im Jahr 2015 hat die Zahl der Todesfälle in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Dies hat dazu geführt, dass die Lebenserwartung 2015 erstmals seit 1990 geringfügig abgenommen hat.

2015 starben in der Schweiz gemäss heute veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS) rund 67‘600 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 6%. Herz-Kreislauf-Krankheiten sind dabei nach wie vor die wichtigste Todesursache. Fast jeder dritte Todesfall ist darauf zurückzuführen. 2015 starben über 21‘500 Menschen in der Schweiz an den Folgen einer solchen Krankheit. Krebs ist für etwas mehr als einen Viertel aller Todesfälle verantwortlich. Allerdings gibt es zum Teil markante Unterschiede zwischen den Geschlechtern: So sterben fast gleich viele Männer an Krebs wie an Herz-Kreislauf-Krankheiten, während viel mehr Frauen an Herz-Kreislauf-Krankheiten sterben.

Zudem sind die Todesursachen je nach Alter unterschiedlich: So sind die Herz-Kreislauf-Krankheiten bei den über 80-Jährigen die häufigste Todesursache. Im mittleren Alter sind hingegen die meisten Todesfälle auf Krebserkrankungen zurückzuführen.

Erstmals seit 25 Jahren: Geringfügige Abnahme der Lebenserwartung

Im Jahr 2015 erreichte im Frühjahr eine Grippewelle die Schweiz, die zu einer starken Zunahme von Todesfällen geführt hat. Gemäss BfS sollen rund zusätzliche 2‘500 Todesfälle allein auf diese Grippewelle zurückzuführen sein. Im Juli desselben Jahres folgte dann eine Hitzewelle, die nochmals rund 500 zusätzliche Todesfälle forderte. Zusätzlich sterben aufgrund der alternden Bevölkerung jährlich jeweils rund 500 Menschen mehr als im jeweiligen Vorjahr. Alles in allem hat dies im Jahr 2015 erstmals seit 1990 zu einer Abnahme der Lebenserwartung geführt: Sie betrug 84.9 Jahre für die Frauen und 80.7 Jahre für die Männer. Im Folgejahr, als es keine so starken Grippe- und Hitzewellen gab, ist die Lebenserwartung dann wieder gestiegen.

Auch die Sterblichkeitsraten haben sich erstmals seit Langem wieder erhöht. Dieses Mass gibt die Anzahl Todesfälle pro 100‘000 Einwohnerinnen und Einwohner an. Sie hat im Vergleich zum Vorjahr bei beiden Geschlechtern zugenommen. In der langen Sicht hingegen ist sie stark rückläufig: Seit 1990 hat sie bei den Männern um 42% und bei den Frauen um über 31% abgenommen.

Neue BFS-Zahlen für 2015: Zunahme der Todesfälle, Lebenserwartung erstmals seit 1990 leicht gesunken http://bit.ly/2yB8C6o #iph
Todesursachen nach Altersklassen, 2015
 

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