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22. November 2017

Mit künstlichen Zellen gegen Diabetes

Regelmässige Insulininjektionen könnten für die rund halbe Million Diabetiker in der Schweiz bald der Vergangenheit angehören. Forscher haben künstliche Betazellen entwickelt, die Insulin automatisch freisetzen, wenn der Blutzucker steigt.

Seit Jahren wird intensiv an neuen Darreichungsformen für Insulin geforscht. Neuartige Insulinpumpen, Insulin in Form einer Tablette, Insulin zum Inhalieren – die Idee besteht stets darin, die Insulinaufnahme zu vereinfachen, so dass Diabetiker nicht mehr täglich spritzen müssen.

Eine Forschungsgruppe der Universität von North Carolina hat nun einen weiteren Ansatz vorgestellt. Sie haben winzige Bläschen, sogenannte Vesikel, entwickelt, die Insulin enthalten. Der Clou dabei: Die Vesikel haben eine spezielle Beschichtung auf ihrer Oberfläche, die regelmässig den Blutzuckerspiegel misst. Wenn zu viel Zucker im Blut ist, erkennt dies das Vesikel und das Insulin im Inneren wird rasch freigesetzt. Innerhalb kurzer Zeit kann so der Blutzuckerspiegel gesenkt werden. Die Vesikel imitieren damit die Funktion der Betazellen, die normalerweise im Körper diese Regulationsaufgabe übernehmen.

Ansatz weiterentwickeln

Gemäss Angaben der Forscher könnte man die Vesikel in ein Pflaster integrieren, das dann kontinuierlich Vesikel in den Körper abgibt. „Dies ist das erste Mal, dass solche Vesikel eingesetzt werden, um die Funktion von Betazellen zu übernehmen“, sagt Zhaowei Chen, ein am Forschungsprojekt beteiligter Wissenschafter.

Nach den erfolgreichen Tests an Mäusen möchten die Forscher ihren Ansatz nun in den kommenden Jahren weiterentwickeln und am Ende untersuchen, ob er auch bei Diabetikerinnen und Diabetikern funktioniert.

Neuigkeiten für #Diabetiker: künstliche Zellen setzen #Insulin bei erhöhtem Blutzucker automatisch frei. http://bit.ly/2Alg1v7 #iph
Vesikel enthalten Insulin
Vesikel enthalten Insulin
 

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