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28. November 2017

Insulinpumpe ist im Vorteil

Wenn Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 ihrem Körper das Isulin mit einer Pumpe zuführen, hat das Vorteile gegenüber einer Spritzentherapie. So das Fazit einer mehrjährigen Studie an 350 Diabeteszentren in Deutschland, Österreich und Luxemburg

In der Schweiz leiden rund 3000 Kinder und Jugendliche an der Stoffwechselkrankheit Diabetes Typ 1. Sie alle müssen dem Organismus regelmässig Insulin zuführen, um den Mangel bei der körpereigenen Insulinproduktion auszugleichen. Viele Kinder und Jugendliche benutzen dafür eine Insulinpumpe. Mit diesem Gerät werden über einen kleinen Katheter im Unterhautfettgewebe rund um die Uhr stetig niedrige Dosen schnellwirksamer Insulinanaloga injiziert. Die Insulingabe kann gut gesteuert werden und kommt damit der körpereigenen Insulinsekretion relativ nahe. In Fachkreisen gab es allerdings immer wieder gewisse Vorbehalte gegen die Insulinpumpe. Diese wurden nun durch eine grosse Untersuchung entkräftet, deren Ergebnisse jüngst im 'Journal of the American Medical Association' erschienen sind.

Studie widerlegt Vorbehalte

An der Untersuchung hatten in Deutschland, Österreich und Luxemburg von 2011 bis 2015 gegen 20'000 junge Diabetes-Patientinnen und -Patienten im Durchschnittsalter von 14,6 Jahren teilgenommen. Die Hälfte von ihnen benutzt eine Insulinpumpe, die andere Hälfte praktiziert die Injektionstherapie. Die Studie hat nun gezeigt, dass bei der Pumpentherapie schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämien) seltener auftreten als bei der Spritzentherapie (9.55 versus 13.97 pro 100 Patienten und Jahr), ebenfalls Ketoazidosen, also Stoffwechselentgleisungen aufgrund von Insulinmangel (3.64 versus 4.26 pro 100 Patienten und Jahr). Ferner kommen junge Patientinnen und Patienten, die eine Pumpe brauchen, mit weniger Insulin aus und haben beim mittleren Blutzucker (HbA1c-Wert) einen niedrigeren Wert. Schliesslich hat sich auch die Befürchtung, die Pumpen-Patienten könnten an Gewicht zulegen, nicht bestätigt.

Positive Einschätzung

„Die Insulinpumpe ist eine sichere Behandlungsform, die der Mehrzahl der Patienten eine verbesserte Stoffwechseleinstellung, vermehrte Flexibilität und damit Lebensqualität verschafft“, sagt Co-Studienautor Prof. Dr. med. Reinhard Holl von der Universität Ulm, der auch als Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft wirkt. Eine grundsätzlich positive Einstellung zur Insulinpumpe hat auch Prof. Dr. med. Valérie Schwitzgebel, Endokrinologin am 'Departement für Kinder und Jugendliche' des Genfer Universitätsspitals: „Die Insulinpumpe verfügt über etliche Vorteile. Allerdings ist es von zentraler Bedeutung, dass die Angehörigen und das Umfeld geeignet geschult werden, um im Fall eines Pumpenausfalls eine Injektion vornehmen zu können“, sagt Valérie Schwitzgebel im Namen der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie.

Studie bestätigt Vorteile der Insulinpumpe bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit #Diabetes. http://bit.ly/2zxAjNM #iph
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