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13. März 2018

Hat der Darm was mit psychischen Störungen zu tun?

Wo sich die Wissenschaft früher allein auf das Gehirn konzentrierte, deuten einige Studien darauf hin, dass psychische Erkrankungen wie Parkinson und Depressionen auch mit Darmproblemen zusammenhängen könnten.

Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden oft auch unter Darmproblemen. Bereits im Jahr 1871 entdeckte der Mediziner James Parkinson, dass seine Parkinson-Patienten an Verstopfung und Bauchschmerzen litten. Heute weisen immer mehr Studien darauf hin, dass der Darm nicht nur für das Immunsystem wichtig ist, sondern auch einen bedeutenden Einfluss auf die psychische Gesundheit haben könnte.

Das «Bauchgehirn» ist eine Art Kopie des Gehirns

In den dünnen Wänden unserer Verdauungsorgane befindet sich ein ausgedehntes Nervengeflecht aus 100 Millionen Nervenzellen. Dieses ist vier- bis fünfmal grösser als im Gehirn. In beiden Organen wirken dieselben Hormone, Botenstoffe und Rezeptoren. Auch die Nervenzellen sind identisch. Wissenschaftler untersuchen nun, auf welchen Wegen Gehirn und Darm miteinander kommunizieren. Eine dieser Forscherinnen ist Aletta Kraneveld, Professorin für Pharmakologie an der niederländischen Universität Utrecht. Ihre Forschungen zeigen, dass das so genannte Mikrobiom im Darm bei psychischen Erkrankungen wie Parkinson und Depressionen eine Rolle spielt.

Es ist vorstellbar, dass der Darm Verursacher einer Depression ist

Eine Veränderung der Darmflora beeinflusst die Aktivität des Immunsystems und depressive Stimmungen hängen mit der Zunahme von Entzündungsstoffen zusammen. Das ist auch nicht überraschend, da 95 Prozent des Glückshormones Serotonin in der Darmschleimhaut hergestellt wird. Eine durch bestimmte Bakterien gestörte Darmflora kann sich folglich negativ auf die Stimmung auswirken. Auch bei Parkinson könnte eine gestörte Darmflora dazu führen, dass bei einer genetisch vorbelasteten Person die Krankheit ausbricht. Klar ist, dass die Darmflora von Parkinsonpatienten anders aussieht als die Darmflora von gesunden Patienten. Unklar ist, wie der Darm konkret zum Ausbruch von Parkinson beitragen könnte.

Die entsprechenden Studien wurden bisher meist bei Versuchstieren durchgeführt. Man kann aber davon ausgehen, dass die Mechanismen bei Menschen ähnlich ablaufen, da das Immunsystem von Ratten und Mäusen demjenigen des Menschen stark ähnelt.

Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass #psychischeErkrankungen auch mit Darmproblemen zusammenhängen. http://bit.ly/2FQbwLs #iph
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Ultraschalluntersuchung - Magen/Darm
 

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