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16. April 2018

Besserer Schutz vor gefälschten Medikamenten

Fälschern soll es künftig dank neuen Sicherheitsmerkmalen nicht mehr gelingen, Medikamentenfälschungen in die legale Lieferkette einzuschleusen. Die Schweiz ist Teil dieses wichtigen europäischen Projekts.

Das Thema Medikamentenfälschungen beschäftigt die Pharmaunternehmen stark. Merck Sharp & Dohme (MSD) Schweiz beispielsweise hat im März in Schachen (LU) ein forensisches Labor eröffnet. Es ist eines von weltweit drei forensischen Labors des Unternehmens zur Aufklärung von Manipulationen und Fälschungen an MSD-Produkten. Das Schweizer Labor ist für die Region EMEA, (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) zuständig, die beiden anderen decken Amerika und die Asien-Pazifik-Region ab. In Schachen arbeiten wissenschaftliche Mitarbeiterinnen mithilfe analytischer Methoden und hochspezialisierten Instrumenten daran, Fälschungen von Originalprodukten zu unterscheiden und die Resultate gegebenenfalls vor Gericht zu vertreten, um entsprechende Strafverfolgungen als Experten zu unterstützen. Die Spezialisten des forensischen Labors haben ausserdem die Aufgabe, den Fälschungsschutz der MSD-Produkte weltweit weiter zu optimieren.

Apotheker prüft Identifikationscode

Um die Sicherheit in der regulären Lieferkette noch weiter zu erhöhen, werden derzeit EU-weit zusätzliche Sicherheitsmassnahmen vorbereitet. So müssen ab Februar 2019 die Packungen verschreibungspflichtiger Arzneimittel mit einem Erstöffnungsschutz (bspw. Siegel) versehen sein. Weiter müssen die Medikamente durch einen Scan in der Apotheke resp. bei der Abgabe auf Echtheit geprüft werden. Konkret prüft der Apotheker bei jedem Medikament einen Identifikationscode, bevor er das Medikament an den Patienten weitergibt. Medikamente erhalten dafür packungsindividuelle Seriennummern, die in einer geschützten Datenbank hinterlegt sind. Das System schlägt Alarm, wenn in einer Apotheke eine Packung mit unbekannter Nummer oder mit einer Nummer gefunden wird, die bereits schon einmal vor der Abgabe an den Patienten gescannt wurde.

Unterstützung aller Akteure

Die Pharmaindustrie in der Schweiz verpflichtet sich, dafür zu sorgen, dass auch in der Schweiz auf den Packungen der Arzneimittel Sicherheitsmerkmale aufgedruckt sind, welche dem internationalen Sicherheitsstandard entsprechen und welche die Identifizierung des Produkts am Abgabepunkt erlauben. Anfang April wurde die Swiss Medicines Verification Organisation (SMVO) gegründet und die in der EU geltenden Regeln werden auf freiwilliger Basis mit Unterstützung aller Akteure der Schweizer Pharmaindustrie, der Grosshändler, Spitäler, Apotheker und Ärzte auch in der Schweiz umgesetzt. Die Schweiz ist damit Teil dieses wichtigen europäischen Projekts.

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Medikamentenfälschungen
Von Swissmedic beschlagnahmte Medikamentenfälschungen. Fälschungen können den richtigen Wirkstoff enthalten, jedoch in zu hoher oder zu niedriger Dosierung oder in verunreinigter Form. Gefährlich werden kann es aber auch, wenn von den erwarteten Wirkstoffen nicht die geringste Spur vorhanden ist.
 

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