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24. April 2018

Wie nehme ich Insulin in die Ferien mit?

Vor jedem Wochenendtrip und vor jeden Ferien muss ich mir die Fragen stellen, wie viel Insulin muss ich mitnehmen und wie lagere ich dieses auf der Reise und vor Ort?

Insulin ist ein temperaturempfindliches Hormon. Am liebsten hat es das Lebenselixier nicht zu kalt und nicht zu heiss. Für die Aufbewahrung empfiehlt sich ein Kühlschrank zwischen 2° und 8°C. Bei Raumtemperatur um die 25° hält das Insulin etwa 6 Wochen. «Defektes» Insulin ist oft mit blossem Auge nicht erkennbar – erst wenn es nicht wirkt, fällt es auf.

Von den eingangs gestellten Fragen, ist die erste am einfachsten zu beantworten. Meine Insulinpumpe zeigt mir einen Tagesschnitt an Insulinverbrauch an und auch wie viel Insulin noch im Reservoir ist. Mit diesen zwei Angaben kann ich ausrechnen, ob das angebrochene Insulinreservoir für die Reisezeit reicht oder nicht und dadurch lässt sich auch die Menge an mitzunehmendem Insulin berechnen.

Muss ich zusätzliches Insulin für das Wochenende mitnehmen, fülle ich dieses bereits in das Insulinreservoir für die Insulinpumpe um. Ist der Austausch innerhalb der nächsten 24 Stunden nötig, nehme ich es ungekühlt im Handgepäck mit. Nehme ich das Insulin hingegen als Reserve mit oder benötige ich es erst am letzten Wochenendtag, so nehme ich es lieber gekühlt mit, egal ob im Sommer oder im Winter. Dafür nutze ich stromlos funktionierende Kühltaschen. Diese sind mit einem Granulat gefüllt und werden vor dem Einsatz in Wasser gelegt, bis das Granulat gelartig geworden ist. Durch Verdunstung fängt das Gel an zu trocken, was die Wärme aus der Tasche entzieht. So liegt die Innentemperatur immer bei ca. 15-20°C.

Insulin in der Minibar lagern

Für die Ferien nehme ich das Insulin in den Stechampullen mit. Diese sind dann in der Kühltasche und diese zusammen mit den leeren Insulinreservoire ganz normal im Gepäck verstaut. Die Kühltasche hält das Insulin gut zwei Tage kühl. Das reicht immer von Haustüre bis Hotelzimmer und da die meisten Hotelzimmer eine gekühlte Minibar haben, ist die weitere Aufbewahrung kein Problem. Auch beim Transport in der Kühltasche sollte das Gepäck nicht stundenlang in der Kälte oder in der prallen Sonne liegen.

So die Grundlage. Wenn ich hingegen mit dem Motorrad in die Ferien reise, habe ich das Insulin tagsüber immer in der Kühltasche in einem Motorradkoffer. Spätestens jeden zweiten Tag aktiviere ich die Kühltasche morgens frisch und hatte so noch nie Probleme mit defektem Insulin während meinen ein- bis zweiwöchigen Motorradreisen.

Bei 30°C um 10 Uhr reicht eine Kühltasche nicht mehr

Herausfordernd wird es bei einem mehrwöchigen Urlaub z.B. im südlichen Afrika. Wenn bereits um 10 Uhr die Temperatur bei 30°C liegt, reicht eine Kühltasche nicht mehr. Ich habe das im vergangenen Jahr in Namibia mit einer Kühlbox und Kühlelementen gelöst. Tagsüber im geschlossenen Auto wurde das Insulin in der gekühlten Kühlbox nie zu heiss. Dafür gab es eher Probleme, als ich bei der Unterkunft ankam. Die Kühlschränke kühlten zum Teil auf eisige Temperaturen hinunter, was für das Insulin nicht gut war. Dem Kühlelement half es jedoch. Auch kam es vor, dass gar kein Kühlschrank im Zimmer vorhanden war. Dies führte dazu, dass ich die Kühlelemente in die Küche geben musste und das Insulin in der Nacht in der geschlossenen Kühlbox verweilte. Wenn bei der Unterkunft die Gepäckträger die Kühlbox vom Auto zum Zimmer trugen, musste ich die Kühlbox mit dem Insulin auch immer im Auge behalten, denn es kam schon immer wieder mal vor, dass die Kühlbox einfach in der prallen Sonne abgestellt wurde.

So ist mit dem Einpacken des Insulins für die Ferien das Planen und Organisieren nicht erledigt. Die Lagerung in den Ferien ist ebenso gut zu überlegen und wenn möglich, vorgängig abzuklären oder zu organisieren.

Zur Person Andreas Kläui: Seit Oktober 2008 führe ich einen eigenen Blog, in dem ich offen über meinen Diabetes, der mir im Sommer 2005 diagnostiziert wurde, schreibe. Mein Hobby beinhaltet nicht nur Diabetes, auch blogge ich einfach über mich – wie in einem Tagebuch. Ich freue mich auf einen Besuch bei mir im klaeuiblog.

Reisen mit #Diabetes: #Insulin in der Kühlbox und in der Minibar. http://bit.ly/2HrvcTd #iph
Andreas Kläui_Namibia
Im vergangenen Jahr bereiste Andreas Kläui Namibia.
 

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