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30. April 2018

Gesunde Süsse

Um die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermindern, werden viele Lebensmittel nicht mit Zucker, sondern mit anderen Stoffen gesüsst. Ein Westschweizer Jungunternehmen will mit einem neuen Verfahren den Einsatz von Süssstoffen verbessern.

Heute sind etliche natürliche Süssstoffe auf dem Markt, die zum Beispiel aus der Stevia-Pflanze gewonnen werden. Diese Süssstoffe sind oft süsser als Haushaltszucker (Saccharose) aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr. Wenn man diese natürlichen Süssstoffe bei der Produktion von Nahrungsmitteln verwendet, braucht man geringere Mengen, um die gleiche Süssigkeitsempfindung hervorzurufen wie mit einer bestimmten Menge Saccharose. „Das führt zu einer Differenz bei Volumen und Gewicht, welche mit einem möglichst gesunden Stoff ausgeglichen werden muss“, sagt Dr. Georgios Savoglidis, Geschäftsführer des Jungunternehmens Embion Technologies, und ergänzt: „Das ist genau ein Aspekt von dem, was wir mit unserer Technologie anbieten wollen.“

Beta-Glucane aus Gerstenrückständen

Embion ist ein Spin-off der Eidgenössisch Technischen Hochschule Lausanne (EPFL). An der EPFL war Savoglidis als Forscher tätig und hat dabei einen Prozess mitentwickelt, der künftig in der Nahrungsmittelindustrie gute Dienste leisten könnte. Mit dem Prozess lässt sich Zellulose, die in Gerste und anderen Pflanzen enthalten ist, in sogenannte Beta-Glucane umwandeln – und dies schneller und energiesparender als bisher möglich. Die Beta-Glucane sollen genutzt werden, um die Volumen- und Gewichtsunterschiede zwischen natürlichen Süssstoffen und Saccharose auszugleichen. Mit seiner Firma will der frühere EPFL-Wissenschaftler den Stoff nun aus Gerstenrückständen der Bierherstellung produzieren, wie er sagt: „Wir haben zur Zeit schon verschiedene Pilotprojekte mit in- und ausländischen Nahrungsmittel-, Pharma- und Mikrobiom-Firmen am Laufen, die sehr positive Resultate hervorgebracht haben. Wir sind zuversichtlich, dass die ersten Pilotprodukte im Jahr 2019 reif sind für die Kommerzialisierung.“

Geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bislang nutzen Nahrungsmittelhersteller Stärke-Derivate wie Maltodextrin und Polydextrose, um die oben beschriebenen Volumen- und Gewichtsdifferenzen auszugleichen. Diese Zusätze sind allerdings gesundheitlich bedenklich, da sie zu einer Erhöhung des Blutzuckers führen. Dies könne langfristig zu Insulin-Resistenz führen, was wiederum Fettleibigkeit, Bluthochdruck oder sogar Typ-2-Diabetes nach sich ziehen könne, sagt Savoglidis. Demgegenüber seien Beta-Glucane gesundheitlich günstiger einzuschätzen: „Studien zeigen, dass Beta-Glucane Cholesterin und den Blutzuckerspiegel senken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindern. Zudem wirken sie sich günstig auf die Darmflora aus.“

Westschweizer Jungunternehmen sucht nach neuen Verfahren, um den Einsatz von #Süssstoffen zu verbessern. http://bit.ly/2HFzvdZ #iph
Embion_Gründer
Sviatlana Siankevich und Georgios Savoglidis, zwei der Gründer von Embion Technologies.
 

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