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15. Mai 2018

Lunge und Herz profitieren

Die negativen Folgen der Lungenkrankheit COPD auf das Herz können mit einer Kombinationstherapie aus zwei Medikamenten in Schach gehalten werden. Das zeigen die Resultate eines Forschungsprojekts deutscher Ärzte und Forscher.

COPD – kurz für: Chronic obstructive pulmonary disease – ist eine verbreitete chronische Lungenerkrankung. Ein wichtiger Auslöser ist Zigarettenrauch, dessen Schadstoffe in den Atemwegen entzündliche Prozesse hervorrufen und die Lunge schädigen. Patientinnen und Patienten leiden im Zuge der Krankheit an einer verschlechterten Lungenfunktion und einer Abnahme der körperlichen Belastbarkeit. Bei Menschen, die an COPD erkrankt sind, kann die eingeatmete Luft typischerweise aus der Lunge nicht mehr vollständig entweichen ('pulmonale Überblähung'). In der Folge sinkt der Sauerstoffanteil im Blut, was das Herz durch eine gesteigerte Pumpleistung zu kompensieren sucht. Im Spätstadium von COPD ist deshalb die Herzfunktion oft zusätzlich beeinträchtigt.

62 COPD-Patienten einbezogen

Ein Team von medizinischen Experten des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) am Standort Hannover hat den Zusammenhang zwischen der Lungenerkrankung COPD und Herzkreislauf-Erkrankungen näher untersucht. Im Rahmen der von Novartis finanzierten CLAIM-Studie konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Kombination von zwei bronchienerweiternden Medikamenten (sogenannte Bronchialdilatatoren) bei COPD mit pulmonaler Überblähung die Herzfunktion verbessert. In der Studie waren insgesamt 62 Patienten mit moderater bis schwerer COPD und bekannter Lungenüberblähung über einen Zeitraum von 14 Tagen einmal täglich mit der Wirkstoffkombination Indacaterol/Glycopyrronium behandelt worden (bzw. zur Sicherstellung der wissenschaftlichen Aussagekraft mit einem Placebo).

Kombi-Präparat eventuell schon früher

Die Ergebnisse der CLAIM-Studie wurden in der Fachzeitschrift 'The Lancet Respiratory Medicine' publiziert. Nach Auskunft der Autoren handelt es sich um die erste Studie, die die Auswirkungen von Bronchialdilatatoren auf Lunge und Herz gleichzeitig untersucht hat. Die Ergebnisse geben auch neue Hinweise für die Behandlung von COPD-Patientinnen und -Patienten, wie Prof. Dr. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover, sagt: „Die Empfehlungen der deutschen Fachgesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin sehen aktuell eine Kombinationstherapie aus zwei Bronchodilatatoren bei COPD-Patienten bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf vor. Die Ergebnisse der Studie liefern einen ersten Hinweis, dass die Behandlung mit dem bronchienerweiternden Kombinationspräparat auch schon früher, nämlich bereits für COPD-Patienten mit ersten Anzeichen einer Lungenüberblähung, klinisch sinnvoll sein könnte, um die Leistungsfähigkeit zu steigern.“ Der Lungenexperte aus Hannover betont zugleich den Bedarf an weiteren Studien, um den Effekt der Bronchodilatation auf das Fortschreiten der Herzerkrankung genauer zu ermitteln

Eine Kombinationstherapie bei #COPD-Patienten hilft der Lunge und dem Herz. http://bit.ly/2jWB4tJ #iph
COPD_Prof_Tobias Welte
Prof. Dr. Tobias Welte.
 

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