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23. März 2018

Eine bessere Medizin dank Daten

Am diesjährigen Seminars für Wissenschaftsjournalisten diskutierten Experten aus verschiedenen Bereichen über das Zukunftsthema Personalized Medicine und waren sich einig, dass dessen Potenzial nur interdiziplinär ausgeschöpft werden kann.

Precision Medicine, Personalized Medicine, Personalized Health, Big Data – es sind viele «buzzwords», welche zurzeit im Gesundheitswesen diskutiert werden. Dabei handelt es sich grundsätzlich immer um dieselbe Thematik: Das Sammeln, Speichern und Auswerten von persönlichen Daten von Patientinnen und Patienten, um darauf basierend eine möglichst individuell angepasste Therapie zu entwickeln.

Industrie und öffentliche Hand investieren seit einigen Jahren einen beachtlichen Teil ihrer finanziellen Ressourcen in die Erforschung und Entwicklung der personalisierten Medizin. Aber wohin soll die Reise gehen? Ansätze und Therapien im Bereich der personalisierten Medizin gibt es schon seit Jahrzehnten. Was ist heute anders als vor 20 Jahren? Welche konkreten Anwendungen gibt es? Woran wird geforscht? Diese Fragen versuchten Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Bereichen am diesjährigen Seminar für Wissenschaftsjournalisten im Glockenhof in Zürich zu beantworten.

Interdisziplinäre Herausforderungen

Personalisierte Medizin und Big Data im Gesundheitsbereich ist ein Zukunftsthema, dessen Potenzial nur disziplinenübergreifend ausgeschöpft werden kann. Dabei müssen Expertinnen und Experten aus Informatik, Medizin, Biologie, Nanotechnologie, Medizinaltechnik und Pharmazie zusammenarbeiten und Kooperationen eingehen, denn erst die Verknüpfung dieser Disziplinen wird zum Erfolg führen. Daneben braucht es eine gemeinsame Sprache, juristische Leitplanken und eine technische Infrastruktur. Zudem spielen ethische Standards (consent) eine wichtige Rolle. Gerade in diesem Bereich muss sichergestellt werden, dass der Schutz der Privatsphäre der Patientinnen und Patienten und die Anonymisierung der Daten gewährleistet ist. Schliesslich gehören die Patientendaten dem Individuum und dieses entscheidet, wie und in welchem Ausmassdie Daten verwendet werden dürfen.

Patientennutzen im Zentrum

Bei der personalisierten Medizin liegt ein besonderer Fokus auf dem Patientennutzen. Durch das Sammeln und Analysieren von Daten sollen wirksamere Medikamente und Therapien entwickelt werden und gezielt Krankheiten bekämpft werden. Diese Entwicklung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Um die personalisierte Medizin weiterzuentwickeln, benötigen Akademie und Industrie mehr qualitativ hochwertige Daten. Dafür muss das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen werden, denn das «Data sharing» ist und bleibt eine sensible Thematik. Von verschiedener Seite wurde betont, dass Patientinnen und Patienten sehr wohl bereit sind, ihre Daten durch einen «Consent» für die Forschung zur Verfügung zu stellen, wenn sie entsprechend informiert werden und einen Nutzen sehen.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von den drei Organisationen SAMW, SCTO und Interpharma durchgeführt.

Nutzen, Chancen und Herausforderungen von #personalisierter Gesundheit und #BigData im Gesundheitswesen http://bit.ly/2HYCn5q #iph
Seminar für Wissenschaftsjournalisten 2018
Seminar für Wissenschaftsjournalisten 2018
 

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