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Die letzten beiden Tage fand zum ersten Mal das Forum Gesundheitswirtschaft Basel statt. Die interdisziplinär angelegte Veranstaltung mit namhaften Expertinnen und Experten aus diversen Bereichen des Gesundheitswesens widmete sich dem Zusammenspiel von Gesundheit und Wirtschaft. Hintergrund dieser Themenwahl war, dass im Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen meist nur von Kosten die Rede ist. Diese steigen zwar tatsächlich seit Jahren an und treiben damit die Krankenkassenprämien in die Höhe. Allerdings, so die Organisatoren, erzeuge der alleinige Fokus auf die Kosten ein falsches Bild. Vielmehr müsse auch der individuelle und volkswirtschaftliche Nutzen eines qualitativ hochstehenden und darum auch teuren Gesundheitswesens beachtet werden.
Gesundheitsausgaben sparen Krankheitskosten
Die steigenden Kosten seien nämlich auch Ausdruck einer stetig besser werdenden medizinischen Versorgung mit entsprechenden Vorteilen nicht nur für die Patientinnen und Patienten selbst, sondern auch für die Volkswirtschaft. Der Basler Regierungsrat und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Carlo Conti, betonte in seiner Begrüssungsrede, dass man nicht nur die Gesundheitskosten, sondern auch die Krankheitskosten betrachten müsse, um ein vollständiges Bild über das Gesundheitswesen und dessen Nutzen zu erhalten. Neben direkten medizinischen Kosten seien es vor allem auch die indirekten Kosten, die sich in Produktivitätsverlusten infolge von Absentismus vom Arbeitsplatz, frühzeitiger Pensionierung oder gar Tod niederschlagen. Schliesslich müssten auch die sogenannt intangiblen Kosten wie Schmerz und Leid in die Gesamtrechnung miteinbezogen werden.
Conti, der auch dem Conference Board vorstand, führte aus, dass bei den meisten Krankheitsbildern die direkten Gesundheitskosten nur zwischen 30 und 40 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Der Grossteil also fällt auf direkte nicht medizinische Kosten und indirekte Kosten. Vor diesem Hintergrund können sich Gesundheitsausgaben also durchaus lohnen. Teurere Therapieformen müssen darum keineswegs schlecht sein, sondern können im Gegenteil gerade dazu führen, dass die Patientinnen und Patienten schneller genesen, weniger Rückfälle erleiden und wieder schneller in ihr Umfeld und an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können.
Gesundheitswesen als wichtiger Arbeitgeber
Daneben ist das Gesundheitswesen aber auch ein bedeutender Arbeitgeber mit entsprechender volkswirtschaftlicher Bedeutung. Insgesamt sind in der Schweiz rund 600‘000 Menschen – etwa jeder achte – im Gesundheitsbereich beschäftigt. Die direkte Wertschöpfung der gesamten Gesundheitswirtschaft beträgt rund 12 Prozent am Bruttoinlandprodukt, was in etwa dem Finanzsektor entspricht. Zudem verzeichnet die Gesundheitswirtschaft überdurchschnittliche Wachstumsraten.
Neuauflage im nächsten Jahr
Rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben am Forum Gesundheitswirtschaft Basel teilgenommen. Mehr als vierzig Expertinnen und Experten haben referiert und an Podiumsdiskussionen ihre Argumente vorgebracht. Das Forum wird Ende Juni 2013 erneut durchgeführt.
