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22.06.2012

Exotische Viren: Erhöhte Wachsamkeit

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) warnt vor dem Auftreten von exotischen Krankheitserregern, die in unseren Breitengraden bisher nicht vorkamen. Prof. Dr. med. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM, nennt im Interview die Gründe.

Herr Prof. Fölsch, warum finden Viren aus tropischen Gebieten immer häufiger den Weg nach Europa? 
Ulrich Fölsch: Das liegt an der massiven Zunahme der Migration sowohl der Menschen als auch der Waren, und es liegt an der Klimaerwärmung. Bei uns treten heute von Zecken oder Mücken übertragene Infektionen auf, die es hier früher nie gegeben hat.

Geben Ihnen die neuen Viren Anlass zur Sorge? 
Ja, weil man gegen sie nicht impfen kann, gegen das Krim-Kongo-Fieber ebensowenig wie gegen das von der asiatischen Tigermücke übertragene Chikungunya-Fieber. Die neuen Viren sind teilweise sehr starken Mutationen ausgesetzt, so dass man keinen längerfristig nutzbaren Impfstoff herstellen kann. Wie Sie wissen, müssen Impfstoffe gegen die Influenza alle zwei Jahre angepasst werden, weil das Virus ständig mutiert. Für die meisten Krankheiten, bei denen wir zu erhöhter Vorsicht bitten, gibt es noch keine Impfstoffe – oder sie sind gerade erst in Entwicklung. Es ist zu erwarten, dass dann, wenn Krankheiten hier epidemisch auftreten, der Druck in der Industrie steigt, Impfstoffe mit erhöhter Geschwindigkeit herzustellen.

Seit der Vogel- und der Schweinegrippe hört man da und dort den Vorwurf, es werde bei der Bedrohung durch neue Infektionen Alarmismus betrieben. Ihre Meinung?  
Das sehe ich nicht so. Wir müssen uns mit solchen Bedrohungen gedanklich frühzeitig beschäftigen, um im Ernstfall zu wissen, was zu tun ist. Notfallpläne sollte man schmieden, bevor die grosse Katastrophe ausbricht. Wir wollen keinen Alarmismus, wir wollen erhöhte Wachsamkeit. Denn die Erreger etwa von Chikungunya-, Pappataci- oder Westnil-Fieber könnten in den kommenden Jahren weiter zu uns vordringen.

Exotische #Viren finden zunehmend den Weg nach Europa – deutsche Internisten raten zu Wachsamkeit. http://bit.ly/LncBau #iph
Forschung und Entwicklung: Exotische Viren
Die neuen Viren sind teilweise sehr starken Mutationen ausgesetzt, so dass man keinen längerfristig nutzbaren Impfstoff herstellen kann.
 

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