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30.05.2012

Der Kampf hat sich gelohnt

«Ich empfehle jedem, eine Therapie zu versuchen, man kann nur gewinnen», erzählt Susan Mouthier (Name geändert), die an Hepatitis C litt und nach erfolgreicher Therapie geheilt ist.

«Dann halte ich dieses Blatt in der Hand und darauf steht Schwarz auf Weiss: Meine Leberwerte sind wieder in Ordnung, es gibt keine Hepatitis C-Viren mehr in meinem Körper. Ich bin geheilt. Eine unvorstellbare Erleichterung und die Bestätigung, dass sich der enorme Kampf gelohnt hat.» Es ist ein entscheidender Augenblick im Leben von Susan Mouthier (* Name geändert). Aber der Weg dorthin war lang und mit Erwartungen, Ängsten, Kopfschmerzen, ständiger Schwäche und Appetitlosigkeit gepflastert.

Angefangen hat es vermutlich mit Sex, Drugs und Rock and Roll. «Mit 17 Jahren habe ich alles Mögliche ausprobiert, auch Heroin. Vielleicht habe ich mich da mit Hepatitis C angesteckt, vielleicht war es die Bluttransfusion oder beim Sex?» Unmöglich zu eruieren, wie das Virus in ihren Körper gelangt ist. «Jedenfalls hätte ich nicht gedacht, dass mich diese Jugendsünden 30 Jahre später einholen werden.»

Bis zur nächsten Dosis

Mouthier entscheidet sich im Jahre 2001 für eine Standardbehandlung mit Interferon und Ribavirin. Sechs Monate lang injiziert sie sich jeden Montag eine Dosis Interferon und schluckt 2-mal täglich Ribavirin. Es fühlt sich an wie Gift, das sie in ihren Körper spritzt. «Ich fühlte mich montags wie eine Blume, die mit Pestiziden behandelt wird. Danach beginnt die Blume zu verwelken. Nach einigen Tagen erholt sie sich wieder, blüht neu auf. Bis zur nächsten Dosis.»

Vor allem die Nebenwirkungen machen ihr schwer zu schaffen: ständig Kopfschmerzen, Fieber, Schwäche, keinen Appetit. Die Haare beginnen auszufallen. «Am Ende wog ich noch knapp 50 Kilogramm.» Und nach all den Strapazen noch das niederschmetternde Verdikt: Die Behandlung hat nicht funktioniert. Möglicherweise helfe eine zweite Behandlungsrunde, meinen die Ärzte. «Aber das konnte ich nicht. Ich sagte den Ärzten: Ich mache gerne wieder mit, wenn ein neuer Wirkstoff kommt.»

Erfolg der Hepatitis-Forschung

Das ist im Jahre 2009 der Fall. Die jahrelange Forschung hat sich ausbezahlt. Gleich zwei neue Wirkstoffe werden in klinischen Studien getestet und Mouthier nimmt an einer Studie teil. Diesmal dauert die Behandlung doppelt so lange, beinahe ein Jahr. Schon bald merkt sie aber, dass die neue Substanz wirkt. Die Hepatitis C-Viren in ihrem Blut sind innerhalb weniger Wochen praktisch verschwunden. Aber wird das so bleiben? Auch nach dem Ende der Behandlung? Die Haut ist trocken und juckt ständig, dazu die quälenden Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände, aber trotzdem schafft sie es, weiterhin zu arbeiten. Der Job hilft ihr, nicht in Depressionen zu verfallen.

Und dann, Ende 2009, nach Abschluss der Therapie, hält sie dieses Blatt in der Hand mit all ihren Laborwerten. Insbesondere eine Zeile interessiert, in der steht: «Hepatitis C-Virus: nicht vorhanden.» «Ich empfehle jedem, eine Therapie zu versuchen, man kann nur gewinnen!»

«Der Kampf hat sich gelohnt», sagt eine ehemalige #Hepatitis-C Patientin nach der erfolgreichen Therapie. http://bit.ly/JMpr3l #iph
Hepatitis-C-Virus
Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (Bild) wird oft nicht als solche erkannt, da die ersten Anzeichen nicht spezifisch sind.
 

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