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Der Weg zu einem innovativen Medikament ist lang. Das gilt auch für einen neuen, von Hoffmann-La Roche entwickelten Wirkstoff zur Behandlung von Multiple Sklerose. Eine internationale Forschergruppe hat das Mittel eben in einer Phase II-Studie klinisch getestet. Ludwig Kappos, Professor an der Universität Basel und Chefarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsspital Basel, hat das Forschungsprojekt geleitet. Er zieht eine positive Bilanz: „Wir erhoffen uns von dem Wirkstoff eine über 50prozentige Reduktion der Krankheitsschübe.“ Bisher verfügbare Medikamente wie Interferon Beta vermindern die Schübe lediglich um rund 30 Prozent.
Hohe Wirksamkeit
Bei dem neuen Wirkstoff zur Behandlung von Multiple Sklerose handelt es sich um den monoklonalen Antikörper „Ocrelizumab“. Dieser dem menschlichen sehr ähnliche, biotechnologisch hergestellte Antikörper reduziert B-Zellen mit einem besonderen Oberflächenmerkmal (dem CD20 Rezeptor), die bei Multiple Sklerose nach neueren Erkenntnissen eine bedeutende Rolle spielen. An der Phase II-Studie beteiligten sich 218 Patienten aus 20 Ländern. Diesen wurde der Wirkstoff in zwei Dosierungen verabreicht. Mit beiden Dosierungen liess sich die Häufigkeit von Krankheitsschüben schon nach sechs Monaten um 70 bis 80 Prozent vermindern, wie das internationale Forscherteam dieser Tage in der Medizinzeitschrift „The Lancet“ berichtet hat.
Weitere Tests nötig
Nun wird der Wirkstoff in Phase III-Studien an mehr als Tausend Patienten getestet. Ob aus dem Mittel am Ende das erhoffte, wirksame Heilmittel wird, lässt sich nach Einschätzung von Ludwig Kappos zurzeit noch nicht sagen. „Die bisherigen Ergebnisse zur Wirksamkeit und Verträglichkeit sind sehr ermutigend. Für eine abschliessende Beurteilung möglicher Nebenwirkungen müssen wir den Wirkstoff zuerst an einer grösseren Gruppe und während einer längeren Zeit testen.“

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