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Die Angst vor Krankheit gehört zum Leben. Wir haben Angst vor Krebs, dem plötzlichen Herztod oder Alzheimer. Nur wenige fürchten sich hingegen vor Osteoporose. Viele denken, sie selbst würden nie davon betroffen. Dies ist leider falsch, denn Osteoporose ist eine der zehn häufigsten Krankheiten überhaupt. Gemäss einer Studie der Internationalen Osteoporose Stiftung (IOF) ist sie weltweit für fast neun Millionen Knochenbrüche (Hüfte, Oberschenkelhals, Oberarm, Handgelenk und so fort) verantwortlich, ein Drittel davon in Europa.
Osteoporose verursacht Kosten von über 30 Milliarden Euro
Weil das Risiko des Knochenschwunds altersabhängig ist, wird Osteoporose in Zukunft noch häufiger auftreten. Gab es weltweit im Jahre 2000 rund 1,5 Millionen Hüftfrakturen, erwartet man für 2050 das Drei- bis Fünffache. Dennoch wird wenig über Osteoporose gesprochen. Das ist problematisch, weil die Belastung der Gesundheitssysteme durch Osteoporose schon heute sehr hoch ist. Für die fünf grossen EU-Staaten und Schweden wird geschätzt, dass die Krankheit Kosten von über 30 Milliarden Euro verursacht, mehr als die Hälfte davon durch Hüftfrakturen. Die Kosten für Arzneimittel, die zur Prävention oder Behandlung eingesetzt werden, sind vergleichsweise gering und variieren gemäss der europäischen Studie der IOF zwischen knapp zwei Prozent in Schweden und 14 Prozent in Spanien.
Die Diskussion über Osteoporose ist insofern interessant, als sich gegen diese «Volkskrankheit» sehr wohl etwas machen liesse. Mittels frühzeitiger Prävention und genügend Bewegung in jungen Jahren liesse sich das Krankheitsrisiko deutlich verringern. Bereits ab dem 30. Lebensjahr beginnt der natürliche Knochenabbau. Dass wir uns im Schnitt zu wenig bewegen, ist bekannt und erhöht nicht nur das Risiko für Osteoporose, sondern auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas oder Diabetes.
Frühzeitige Diagnose fehlt
Der Mangel an Bewegung ist aber nicht das einzige Problem. Zur Verminderung des Risikos von Knochenbrüchen gibt es heute sehr wirksame Medikamente und die medizinischen Fachgesellschaften haben international Richtlinien erarbeitet, wie das Risiko durch diagnostische Abklärungen, zum Beispiel Messung der Knochendichte, berechnet und die Behandlung eingeleitet werden kann. Doch in den Risikogruppen, vor allem Frauen ab 50, fehlt es an frühzeitiger Diagnose. Nur eine Minderheit der Patienten wird therapiert. Und die Compliance - das heisst die Patienten, welche die verschriebenen Arzneimittel vorschriftsgemäss einnehmen - ist erschreckend klein. Gemäss Schätzungen steigen bis zu 50 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einem Jahr aus. In Österreich sollen nach zwei Jahren nur noch ein Prozent therapiert werden.
Was kann man tun? Es braucht mehr Aufklärung über die Risiken von Osteoporose, ein verbessertes Bewusstsein über Möglichkeiten und Wirkung der Prävention, verbindliche Standards für die Diagnostik und mehr Anleitung zur Selbsthilfe für die Patientinnen und Patienten.
