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20. Januar 2013

Kolumne: Fussballwunder Messi (k)ein Dopingsünder

Der Sachverhalt ist klar: Den weltbesten Fussballer Lionel Messi, Liebling aller Fans, Schrecken aller Verteidiger, auch der allerbesten, können wir auch dank den Fortschritten der Pharmaforschung bewundern.

Mit 169cm ist Messi zwar immer noch kleiner als die meisten seiner Gegner, und der tiefe Schwerpunkt des einmaligen Dribbelkünstlers, macht ihn für seine Gegner unberechenbar. Erstaunlich an Lionel Messi, der sein grosses Vorbild Maradona, schon lange übertroffen hat, ist nicht nur die stupende Technik und die Geschwindigkeit des Tempodribblers, sondern auch die Zweikampfstärke. Ohne die Behandlung seiner Wachstumsschwäche mit dem Wachstumshormon Somatropin gäbe es aber den weltbesten Fussballer Leo Messi, jüngst in Zürich als erster Spieler überhaupt, zum vierten Mal in Folge, mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet, nicht. Kleinwüchsigkeit ist für jeden Jugendlichen eine wenig erbauliche Perspektive. Dank der Pharmaindustrie können Mediziner zum Glück Abhilfe schaffen. Eine rechtzeitige Diagnose und Therapie verhindern lebenslange Nachteile. Und zwar bei allen, die zu kurz geraten würden, nicht nur bei denjenigen, die Profifussballer werden wollen. Obwohl Somatropin auf den Dopinglisten sämtlicher Sportverbände steht, ist Lionel Messi aber kein Dopingfall. Denn zum einen war seine Behandlung längst abgeschlossen, als er mit 17 in der spanischen Liga seinen ersten Einsatz als Profifussballer hatte, und zum andern war die medizinische Begründung für die Therapie seiner Kleinwüchsigkeit unbestritten, im Gegensatz zur überlangen Liste von Asthmatikern unter Spitzensportlern.

Kostenübernahme der medizinischen Behandlung

Messi ist deshalb in der Tat nicht mit dem notorischen Betrüger und Lügner Lance Armstrong zu vergleichen. Seine medizinische Behandlung war damals in Argentinien zwar möglich, aber noch keine Selbstverständlichkeit. Sie war teuer, und hätte nicht fortgesetzt werden können, wenn der damals 13jährige nicht vom damaligen Sportchef des FC Barcelona eine Chance erhalten hätte. Es gehört zu den Legenden des Fussballs, wie umstritten auch im Vorstand des FC Barcelona der Entscheid war, ob die Investition in den kleinen Jungen aus Argentinien getätigt werden sollte. Der erste Vertrag, der die Übernahme der teuren Hormontherapie und den Umzug des 13jährigen samt seinem Vater nach Barcelona einleitete, soll auf einer Papierserviette entstanden sein.

Unscharfe Trennlinie

Mit Doping, das es ja auch im Fussball gibt – Michele Ferrari, der Arzt, zu dem auch Lance Armstrong ging, zählte auch Juventus Turin zu seinem Kundenstamm -  hat der Fall Messi also gar nichts zu tun. Zu Human Enhancement, dem Einsatz medizinischer Mittel zur Verbesserung der körperlichen oder neurologischen Leistungsfähigkeit, ist die Trennlinie wohl etwas unschärfer. Doch das wäre wohl ein weites Feld für eine andere Kolumne. Wer immer Messi schon live gesehen hat, wird mit mir einig sein, dass wir uns die Begeisterung nicht trüben lassen sollen. Messi ist kein Retortensportler, sondern verkörpert neben Talent auch Leidenschaft pur.

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Thomas B. Cueni Interpharma Bild

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