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8. Juli 2015

Rheinschwimmen mit Diabetes

In Basel wird, wenn es der Rhein zulässt, an heissen Tagen die Abkühlung im Fluss genossen. Die Kleider und Elektronik nimmt man dabei in einem Schwimmsack mit ins Wasser. Sport ist es, meint zumindest mein Blutzucker.

Die Planung dafür fängt bei mir schon zu Hause an. Zuerst den Blutzucker prüfen um sicherzugehen, dass dieser nicht zu tief ist, bevor ich mit dem Fahrrad an den Rhein fahre und dann zum Einstiegsort hochgehe. Da kann es schon vorkommen, dass nach 30 Minuten Bewegung im Trockenen der Blutzucker bereits wieder am fallen ist. So überprüfe ich beim Vorbereiten für den Einstieg in den Rhein noch mal kurz den Blutzucker und esse, falls nötig, nochmals Traubenzucker. Denn meine Erfahrung hat gezeigt, bei mir reicht ein Blutzucker von 8 bis 10 mmol/l für die Abkühlung im Rhein.

Mit lockeren Schwimmbewegungen halte ich mich dann über Wasser. Die Strömung mit um die 6km/h tut den Rest. Die Strömung zieht einem im Rheinknie natürlicherweise in die Flussmitte. Dann heisst es, sich mit ein paar kräftigen Schwimmstössen wieder an die richtige Stelle zu positionieren, um Brückenpfeilern und Bojen auszuweichen. Für den Ausstieg sind noch einmal kräftige Schwimmstösse nötig, um ans Ufer zu gelangen.

Das kontinuierliche Glukosemesssystem macht während dem Rheinschwimmen Pause und braucht ein paar Minuten bis es wieder aktualisiert ist. So prüfe ich beim Trocknen in der Sonne oft zuerst mit dem Blutzuckermessgerät schnell den Blutzucker. Trotzdem bin ich so zwischen 20 und 45 Minuten im Blindflug was meinen Blutzucker angeht. Dies behagt mir grundsätzlich beim Sport nicht so. Immer nach dem Sport steigt bei mir der Blutzucker an. So auch nach dem Rheinschwimmen während dem Geniessen der Sonne am Ufer. Oftmals über 10mmol/l was mich dann wieder dazu bewegt, mit einer reduzierten Menge Insulin den Blutzucker zu senken.

Bisher ging das Rheinschwimmen immer gut. Denn im Wasser den Schwimmsack zu öffnen, um zum Beispiel den Traubenzucker herauszunehmen, brächte mit sich, dass dieser gleich mit dem Blutzuckermessgerät und der Insulinpumpe darin unterginge. Ebenso ist der „Beckenrand“ nicht so schnell zu erreichen wie im Schwimmbad. Darum ist etwas mehr Diabetesmanagement angebracht.

Zur Person Andreas Kläui: Seit Oktober 2008 führe ich einen eigenen Blog, in dem ich offen über meinen Diabetes, der mir im Sommer 2005 diagnostiziert wurde, schreibe. Mein Hobby beinhaltet nicht nur Diabetes, auch blogge ich einfach über mich – wie in einem Tagebuch. Ich freue mich auf einen Besuch bei mir im klaeuiblog.

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