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22. Januar 2016

Gegen Aids impfen?

Gegen das Immunschwäche-Virus HIV ist bisher kein wirksamer Impfstoff verfügbar. Deutsche Forscher haben nun neue Erkenntnisse gewonnen, die in der Entwicklung eines HIV Impfstoffes helfen können.

„Trotz intensiver Bemühungen gab es seit der Entdeckung des HI-Virus nur fünf HIV-Impfstoffe, die auf ihre Effektivität in klinischen Studien getestet wurden. Einer von ihnen ist der vom US Military HIV Research Program (MHRP) entwickelte Impfstoff RV144, der einen moderaten, aber signifikanten Schutz vor HIV verspricht und der zur Zeit unter Mitwirkung unserer Wissenschaftler weiterentwickelt wird“, sagt Prof. Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für HIV-Forschung der Medizinischen Fakultät der Universitätsklinik Essen. Hoffnung auf einen wirksamen HIV-Impfstoff wecken auch neue Forschungsresultate, über die ein Forscherteam um Hendrik Streeck im Fachmagazin 'Immunity' berichtet.

Schutz dank Tfh-Zellen

Die deutschen Wissenschaftler haben im Blut eine Population von Zellen nachgewiesen, die eine wichtige Rolle in der Entstehung einer wirksamen Immunantwort spielen, aber über die bisher im Menschen recht wenig bekannt ist. Es handelt sich dabei um sogenannte T-follikuläre Helferzellen (Tfh-Zellen), die normalerweise in den Lymphknoten vorkommen. Die Wissenschaftler möchten diese Zellen künftig für die Testung neuer HIV-Impfstoffe nutzen. Konkret könnten die Zellen dabei helfen, in einem frühen Zeitpunkt zu beurteilen, wie wirksam im Test befindliche Impfstoffe sind. Dies könnte dazu beitragen, schneller zu einem Impfstoff zu gelangen.

Molekulare Mechanismen verstehen

In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler die molekularen Mechanismen rund um die Tfh-Zellen noch genauer verstehen, um sie gezielt für die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs nutzen zu können. Wann entsprechende Ergebnisse vorliegen werden, darüber will Prof. Streeck zum jetzigen Zeitpunkt nicht spekulieren: „Da wir nicht genau wissen, wie ein Impfschutz entsteht, kann man dies bisher schlecht vorhersagen. Wir sind aber zuversichtlich, auf der Grundlage unserer Forschung bald bessere Aussagen über die Entstehung des Impfschutzes machen zu können.“

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Prof. Dr. Hendrik Streeck
Prof. Dr. Hendrik Streeck von der Universitätsklinik Essen.
 

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