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31. Januar 2018

Richtig essen hilft bei Diabetes Typ II

Der Verlauf einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes – das ist seit langem bekannt – lässt sich durch eine geeignete Ernährung günstig beeinflussen. Eine europäische Studie zeigt nun die bevorzugten Ernährungsarten.

Welche Ernährung ist am besten geeignet, um die Blutzuckerwerte bei Patientinnen und Patienten mit einer Diabetes Typ 2 günstig zu beeinflussen? Diese Frage hat ein europäisches Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam (D) in einer neuen Studie beantwortet. Für die Untersuchung werteten die Forscher insgesamt 56 Ernährungsstudien mit Daten von fast 5000 Teilnehmerinnen und -teilnehmern aus. Für die Auswertung griffen die Ernährungswissenschaftler auf eine neue Analysemethode (Netzwerk-Meta-Analyse) zurück. Diese erlaubt, die Erkenntnisse bestehender Studien in geeigneter Weise zusammenzuführen. Über die Ergebnisse der neuen Untersuchung wird im 'European Journal of Epidemiology' berichtet.

Nüchtern- und Langzeit-Blutzuckerwert

Nach Auskunft der Wissenschaftler ist für Menschen mit Typ-2-Diabetes eine Mittelmeer-Kost besonders geeignet. Diese Ernährung ist reich an Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Fisch, Olivenöl und schliesst eine begrenzte Menge Rotwein zu den Mahlzeiten mit ein. Die Mittelmeer-Kost war besser als die anderen acht untersuchten Kostformen geeignet, den Nüchtern-Blutzuckerwert zu senken. Dieser Wert gibt die Blutzuckermenge nach einer mindestens achtstündigen Essenspause an. Zogen die Wissenschaftler den Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c-Wert) heran, also den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten acht bis zwölf Wochen, dann erzielte die Low-Carb-Kost das beste Ergebnis: Diese Ernährungsart ist gekennzeichnet durch einen relativ geringen Anteil an Kohlenhydraten, aber durch viel tierische und pflanzliche Proteine und reichlich Fett.

Dauerhafte Umstellung

Nach Auskunft der Potsdamer Forscher stellten sich die beobachteten günstigen Effekte ein, wenn die Diabetes-Patientinnen und-Patienten ihre Ernährungsweise während mindestens zwölf Wochen beibehielten. „Wir gehen davon aus, dass eine Ernährungsweise langfristig beibehalten werden muss, damit sich die positiven gesundheitlichen Effekte bei Menschen mit Diabetes auch dauerhaft einstellen“, sagt Dr. Lukas Schwingshackl, Hauptautor der Potsdamer Studie, und ergänzt: „Eine konsequente Beschränkung auf eine bestimmte Kostform erfordert natürlich einige Disziplin.“ Ob eine gesunde Ernährung einen Einfluss auf die Einnahme von Medikamenten hat, beantwortet die neue Untersuchung nicht, wie Dr. Schwingshackl betont: „Einzelne Studien, die wir in unsere Untersuchung mit einbezogen haben, kommen zum Schluss, durch geeignete Ernährung könnten Diabetes-Patienten auch die Medikamente verringern. Wir können zu diesem Punkt keine Aussage machen, da wir diese Frage nicht untersucht haben.“

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Die sogenannte 'Mittelmeer-Kost' ist reich an Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Fisch und Olivenöl. Die Ernährungsweise schliesst eine begrenzte Menge von Rotwein zu den Mahlzeiten mit ein.
Die sogenannte 'Mittelmeer-Kost' ist reich an Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Fisch und Olivenöl. Die Ernährungsweise schliesst eine begrenzte Menge von Rotwein zu den Mahlzeiten mit ein.
 

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