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9. Februar 2018

Vorsicht bei Medikamenten aus dem Internet

Im vergangenen Jahr wurden 1 060 Sendungen mit illegal importierten Medikamenten sichergestellt. Darunter auch eine grosse Zahl von rezeptpflichtigen Medikamenten. Die Einnahme von gefälschten Medikamenten birgt immer ein grosses Gesundheitsrisiko.

Die Eidgenössische Zollverwaltung hat im letzten Jahr 1 060 Sendungen mit illegal importierten Medikamenten sichergestellt. Die Gesamtzahl liegt damit gemäss dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic leicht höher als im Vorjahr (2016: 1 028). Am häufigsten werden nach wie vor Potenzmittel illegal importiert, gefolgt von Arzneimitteln mit Abhängigkeitspotenzial (Psychopharmaka, Schlaf- und Beruhigungsmittel).

Antibiotika aus unsicheren Quellen

Gemäss Swissmedic wurde erneut eine grosse Zahl von medizinisch wichtigen, rezeptpflichtigen Arzneimitteln (zum Beispiel verschreibungspflichtige Antibiotika oder das sehr starke Schmerzmittel Tramadol) beschlagnahmt. Die eigenmächtige Einfuhr rezeptpflichtiger Arzneimittel wie Psychopharmaka, Antibiotika oder Präparate für die Behandlung von Akne ist gesundheitlich äusserst bedenklich. Die sichere Anwendung von Medikamenten erfordert eine persönliche Fachberatung durch einen Arzt oder Apotheker. 

Mehrere Sendungen aus Grossbritannien und Polen enthielten zudem Melanotan. Diese Substanz soll angeblich die Haut bräunen, hat aber vor allem grippale Nebenwirkungen und kann das Immunsystem und das Herzkreislauf-System schädigen.

Die meisten illegalen Sendungen stammten wie schon im Vorjahr aus Indien, gefolgt von Singapur und Deutschland. Zugenommen haben die Sendungen aus Osteuropa, darunter die illegalen Importe aus Polen um 40 Prozent.

Kosten und Strafverfahren

Wer Medikamente aus unsicheren Quellen im Internet bestellt, riskiert sein Leben, denn diese Pillen können giftige Wirkstoffe enthalten. Auch wenn die Medikamente aus dem Internet noch so harmlos aussehen und im besten Fall wirkungslos sind – sie zu schlucken, ist wie russisches Roulette zu spielen. Anders als Originalmedikamente (einschliesslich Generika) können Arzneimittelfälschungen alles Mögliche enthalten – nur selten das, was wirklich hilft. Wer solche Angebote nutzt, spielt nicht nur mit seinem Leben, sondern riskiert Kosten und in gravierenden Fällen zusätzlich ein Strafverfahren. Beim Bezug von Medikamenten aus offiziellen Quellen wie Apotheken, Drogerien und Arztpraxen besteht in der Schweiz keine Gefahr, Medikamentenfälschungen zu erhalten.

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