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23. Februar 2018

Bittergurke senkt Blutzucker

Wirkstoffe aus der Bittergurke senken bei regelmässiger Einnahme den Blutzucker bei Menschen im Frühstadium einer Zuckerkrankheit. Das hat ein Team aus Wissenschaftlern der Universität Giessen mit internationalen Partnern gezeigt.

Die Bittergurke (Momordica charantia) ist vor allem in asiatischen Ländern beheimatet und wird dort als Gemüse, aber auch als Heilpflanze geschätzt. In Europa ist die Gurke, die eine dunkelgrüne bis weisse Farbe hat und bis zu 40 cm lang werden kann, wenig bekannt. Bisweilen kann man sie in ausgewählten Asia-Geschäften frisch kaufen, öfter aber in getrockneter Form für die Zubereitung von Tee. Ein Team aus Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Giessen hat nun in einer Untersuchung nachgewiesen, dass die Bittergurke bei Menschen im Frühstadium einer Typ-2-Diabetes-mellitus-Erkrankung – sogenannten Prädiabetikern – zu einer Senkung des Blutzuckers führt. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler im 'Journal of Ethnopharmacology'.

Deutlicher Effekt

An der Studie beteiligten sich 52 Prädiabetikerinnen und Prädiabetiker, die noch auf keine Medikamente angewiesen waren. Sie nahmen während acht Wochen täglich 2,5 Gramm Bittergurke in getrockener Form ein (entspricht 50 Gramm der frischen Gurke). In dem randomisierten Einfachblindversuch konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Einnahme der Pflanzenextrakte den Nüchternblutzucker deutlich senkt. Dies fanden sie, indem sie das venöse Blut der Probanden jeweils morgens nach mindestens achtstündiger Zeit ohne Nahrungsaufnahme untersuchten. Wie die Wissenschaftler weiter zeigen konnten, war der Effekt auf den Nüchternblutzucker umso ausgeprägter, je höher der Ausgangswert war. Die Studie der deutschen Forscher ist das Ergebnis einer zehnjährigen Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Taiwan und Tansania.

In Absprache mit dem Arzt

„Unsere Studie ist aus einem Entwicklungsprojekt hervorgegangen, mit dem wir ursprünglich Diabetikern und übergewichtigen Personen in Afrika ohne Zugang zu Medikamenten ein natürliches Heilmittel an die Hand geben wollten“, erzählt Dr. Sandra Habicht, die an der Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Krawinkel vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Giessen mitgewirkt hat. Aufgrund der Studienergebnisse empfehle sich die Bittergurke aber auch für Prädiabetiker und Diabetiker in Europa, sagt die Wissenschaftlerin. „Bevor jemand zu der Bittergurke greift, sollte er dies aber mit dem behandelnden Arzt besprechen“, betont die Ernährungswissenschaftlerin. Nach Einschätzung der beteiligten Forscher dürfte der blutzuckersenkende Effekt bei Diabetikern noch ausgeprägter ausfallen als bei Prädiabetikern.

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Dr. Sandra Habicht
Dr. Sandra Habicht, Wissenschaftlerin am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Giessen.
 

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