Themen

25. April 2018

Hautkrebs überlisten

Ein Melanom ist eine aggressive, gefährliche Form von Hautkrebs. Neue Erkenntnisse eines Forscherteams von Universität und ETH Lausanne könnten dazu beitragen, die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten dieses Schwarzen Hautkrebses weiter zu verbessern

Immuntherapien sind eine relativ neue Form der Krebsbehandlung, bei der das körpereigene Immunsystem der Patientinnen und Patienten zur Bekämpfung des Tumors angeregt wird. Bei Hautkrebs werden Immuntherapien heute bereits mit beachtlichem Erfolg angewendet, wie Prof. Daniel Speiser von der Universität Lausanne sagt: „Die Immuntherapien wirken bereits bei der Mehrzahl der Patienten mit Melanom. Bei Patienten mit anderen Krebsarten (Lunge, Nieren, Blase, Darm teilweise) ist die Immuntherapie zur Zeit erst bei einer Minderzahl der Patienten wirksam. Die bestehenden Melanom-Therapien werden mehrmals jährlich verbessert, weil viele laufende medizinische Studien ständig neu positive Resultate liefern.“

Ein zweischneidiges Schwert

Zur weiteren Optimierung der Behandlungen dürfte nun auch ein neues Projekt beitragen, das Daniel Speiser zusammen mit Prof. Michele De Palma von der ETH Lausanne durchgeführt hat und über dessen Ergebnisse die Forscher in der Fachzeitschrift 'Science Translational Medicine' berichten. Die Wissenschaftler beschreiben darin einen Mechanismus, der dazu führt, dass Immuntherapien bei Melanom-Patienten bisweilen erfolglos bleiben. Im Fokus der Forscher steht ein bestimmter Typ von Immunzellen, sogenannte T-Zellen (zytotoxische T-Lymphozyten). Diese Immunzellen haben die Fähigkeit, Krebszellen zu bekämpfen, und diese Eigenschaft wird von Immuntherapien gezielt verstärkt. Die Lausanner Forscher konnten nun zeigen, dass die erwähnten Immunzellen nicht nur Krebs zerstören, sondern mittelbar einen anderen Typ von Immunzellen (Makrophagen) aktivieren, welcher die Wirksamkeit von Immuntherapien untergräbt. Ein zweischneidiges Schwert also: Wenn eine Immuntherapie die T-Zellen anregt, aktiviert sie zugleich andere Immunzellen, die der Immuntherapie entgegenwirken.

Kombinationstherapien helfen

Indem die Wissenschaftler diese gegenläufigen Effekte der Immuntherapie beschrieben haben, schufen sie zugleich die Grundlage, um die unliebsamen 'Bremseffekte' von Immuntherapien auszuhebeln. Dazu die Erläuterung von Daniel Speiser: „Nebst neuen Wirkstoffen sind Kombinationstherapien zunehmend erfolgreich bei Melanomen. Unsere jüngsten Resultate zeigen, dass Kombinationstherapien dann nützlich sein können, wenn gleichzeitig die T-Zellen aktiviert und die Makrophagen blockiert werden. Kombinationstherapien bauen oft auf bereits vorhandenen Wirkstoffen auf und können deshalb rascher geprüft und in die medizinische Praxis eingeführt werden.“

http://bit.ly/2kQFuCW #iph
Durch gezieltes Ansprechen von Makrophagen können Immuntherapien gegen Melanome optimiert werden.
Durch gezieltes Ansprechen von Makrophagen können Immuntherapien gegen Melanome optimiert werden.
 

Weitere Themen