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7. Mai 2018

App-Hilfe gegen Pollen

Seit kurzem wurde die Webseite www.allyscience.ch lanciert und die Smartphone-App für Allergiker steht gratis zum Download bereit. Die App ist ein Instrument zur Erhebung von Forschungsdaten – und zur Selbsthilfe gegen lästige Pollenallergien.

Die App heisst „Ally Science“ und wurde von der Berner Fachhochschule (BFH) gemeinsam mit dem Universitätsspital Zürich entwickelt. In den ersten fünf Tagen nach der Lancierung der App am 24. April haben sich bereits mehr als 6'000 Personen für die Studienteilnahme registriert. Die Software ermöglicht den Nutzern, ihre Beschwerden zu dokumentieren. Gleichzeitig informiert die App über Pollenprognosen und die aktuelle Entwicklung der Allergiesymptome in der ganzen Schweiz. Wer die App nutzt, erhält also wertvolle Informationen, und er leistet mit den eigenen, anonymisierten Daten einen Beitrag zur bislang grössten wissenschaftlichen Studie zu Pollenallergien in der Schweiz, wie die Promotoren der neuen App schreiben.

50'000 Nutzer als Ziel

Hinter der Studie stehen die Experten der Allergiestation der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Ziel ist, bis Ende 2018 gegen 50'000 App-Nutzer zu gewinnen. Das wären sehr viele – und doch immer noch nur ein kleiner Teil der rund zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizer, die während der Pollenflugsaison körperliche Beschwerden haben. Damit möglichst viele Personen bei der App mitmachen und von ihr profitieren können, wurde bei ihrer Entwicklung auf einfache Bedienbarkeit über ein intuitives graphisches Design geachtet. Die von der App erfassten Daten werden auf der IT-Plattform der gemeinnützigen Genossenschaft MIDATA in personellen Datenkonten gespeichert.

Therapien vergleichen

Die Daten der App-Nutzer sollen genutzt werden, um Frühwarnsysteme und Therapien für Pollenallergiker zu verbessern. Wie das gelingen kann, erläutert Prof. Serge Bignens vom BFH-Institut für Medizininformatik: „Die App macht es möglich, in Echtzeit darzustellen, wie die Pollen-bedingten Symptome über die ganze Schweiz verteilt sind; das ergänzt die Pollenprognose von MeteoSchweiz und die für die Zukunft von derselben Institution geplanten Echtzeit-Pollenmessungen.“ Später sollen die verschiedenen mit der App erhobenen Daten wie Allergieart, Symptomstärke und Medikation miteinander in Beziehung gesetzt werden. „Das wird medizinischen Forschern erlauben, in der aktuellen Studie und anschliessend in Folgestudien den Impact verschiedener Therapien zu vergleichen“, sagt Prof. Bignens.

http://bit.ly/2sBu0Ye #iph
App_Pollenallergie
Allergikerinnen und Allergiker können über die neue App unter anderem ihre Symptome erfassen.
 

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