Themen

7. Juni 2018

Genug Sauerstoff für Frühchen

Die universitäre Forschung versorgt die medizinische Praxis ständig mit hilfreichen Geräten und Dienstleistungen, zB. aus dem Bereich der Universität Zürich ist ein neuartiges Messgerät, von dem in Zukunft zu früh geborene Kinder profitieren dürften.

Dr. Stefan Kleiser hat gemeinsam mit seinen Mitstreitern ein neuartiges Oximeter entwickelt. Dahinter verbirgt sich ein Messgerät, mit dem sich der Sauerstoffgehalt von Geweben mit hoher Präzision bestimmen lässt. Davon könnten in Zukunft vor allem zu früh geborene Babys profitieren. Denn bei einer Unterversorgung ihres Gehirns mit Sauerstoff drohen akute Hirnschäden und fatale Langzeitfolgen. Eine klinische Studie mit dem Oximeter am Universitätsspital Zürich hat ermutigende Ergebnisse hervorgebracht, berichtet Stefan Kleiser: „Die Ergebnisse zeigen eine deutlich verbesserte Präzision der Messwerte gegenüber Literaturwerten für Geräte am Markt. Die Studie war ein erster Praxistest, den wir gut bestanden haben. Die Erkenntnisse fliessen jetzt in die Industrialisierungsphase mit ein.“

Licht eruiert Sauerstoffsättigung

Das neuartige Oximeter wurde an der Klinik für Neonatologie entwickelt und ist unterdessen auf dem Weg zur Marktreife. Stefan Kleiser erläutert die technische Grundlage des neuen Messgeräts: „Der Sensor leuchtet sowohl mit rotem als auch mit nicht sichtbarem Licht in das Gewebe hinein und misst an mehreren Stellen, wie stark das Licht der verschiedenen Farben jeweils abgeschwächt wurde. Daraus wird dann die Sauerstoffsättigung im Gewebe berechnet als Anteil des roten Blutfarbstoffs, der Sauerstoff trägt.“ Die Überwachung von Frühgeborenen wird zunächst vermutlich das Hauptanwendungsgebiet des Geräts sein. Daneben kann das Oximeter auch zum Monitoring bei kritischen Operationen oder in anderen intensivmedizinischen Bereichen verwendet werden, wie Stefan Kleiser ausführt.

Hilfe zur Spin-Off-Gründung

Kleiser war bei der Entwicklung seiner Idee von der Universität Zürich mit einem BioEntrepreneur-Fellowship unterstützt worden. Hinter diesem etwas sperrigen Namen verbirgt sich ein Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Bereich der Life Sciences, das im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde. Doktoranden oder Postdocs erhalten mit dem Programm die Möglichkeit, während 18 Monaten eine Geschäftsidee zu entwickeln und damit die Gründung eines medizinischen Unternehmens vorzubereiten. "Wir geben jungen Talenten das erforderliche Rüstzeug, um den Weg zur Spin-Off-Gründung möglichst effizient und erfolgversprechend zu gehen", zitiert eine Medienmitteilung der Universität Zürich Michael Schaepman, Prorektor Veterinärmedizin und Naturwissenschaften.

Ein neuartiges #Messgerät soll künftig die #Sauerstoffversorgung bei Frühgeborenen sicherstellen. http://bit.ly/2sNhMen #iph
Mit dem neu entwickelten Oximeter lässt sich der Sauerstoffgehalt im Gehirn von Frühgeborenen präzise und verlässlich messen.
Mit dem neu entwickelten Oximeter lässt sich der Sauerstoffgehalt im Gehirn von Frühgeborenen präzise und verlässlich messen.
 

Weitere Themen