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12. Juni 2018

Mit einem RNA-Wirkstoff gegen Leberkrebs?

Ein neuer Wirkstoff auf RNA-Basis könnte Fortschritte für Patienten mit Leberkrebs ermöglichen: Der Wirkstoff aktiviert Gene, welche die Krebszellen bekämpfen. Eine klinische Studie mit schwerkranken Leberkrebspatienten zeigt erste Erfolge.

Beginnt nun das Zeitalter der RNA-Wirkstoffe? Ribonukleinsäure, kurz RNA, eng verwandt mit der DNA, rückt nach jahrzehntelanger Forschung immer mehr in den Fokus der medizinischen Anwendung. Die RNA hilft unter anderem bei der Übersetzung des genetischen Codes in Proteine. Die RNA könnte aber auch eingesetzt werden, um Krankheiten zu lindern. Bislang wurde vor allem der Ansatz verfolgt, die RNA-Moleküle einzusetzen, um Gene zu blockieren. Einige solche Wirkstoffe sind derzeit in den letzten klinischen Phasen und könnten noch in diesem Jahr zugelassen werden.

Umgekehrter Ansatz

Debashis Sarker und sein Team am King’s College in London versuchten nun erstmals den umgekehrten Ansatz: Sie beweisen, dass RNA auch eingesetzt werden kann, um Anti-Krebs-Gene zu aktivieren und dadurch Krebs zu bekämpfen. Dazu haben sie eine Studie mit insgesamt 28 schwerkranken Leberkrebspatienten durchgeführt und die ersten Resultate am diesjährigen Krebskongress Asco präsentiert.

Erste Erfolge

So konnte das Tumorwachstum bei vier Patienten gestoppt werden. Davon bei zweien sogar während zwölf Monaten. Wie ist dies möglich? Das Gen, welches bei diesem Ansatz durch das RNA-Molekül aktiviert wird, befindet sich vorwiegend in Leberzellen und kann in Zusammenarbeit mit anderen Genen das Wachstum von Leberzellen begrenzen. Zudem regt das Gen die Aktivierung von Immunzellen an, die das Krebswachstum zu kontrollieren vermögen.

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RNA-Wirkstoff
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