Themen

22. Juni 2018

Altersabhängige Prämien bei Jungen kein Tabu

Eine Spezialauswertung des diesjährigen Gesundheitsmonitors zeigt auf, dass die bis 29-Jährigen häufiger bereit sind, individuelle Einschränkungen zur Senkung der Gesundheitskosten auf sich zu nehmen.

Die Resultate des Gesundheitsmonitors gehen im Jahr 2018 fast alle in die gleiche Richtung: Keine Experimente im Schweizer Gesundheitswesen. Die Quantität und Qualität der Leistungen stehen deutlich vor der Kostenorientierung, denn die Bevölkerung ist hochgradig zufrieden mit dem Gesundheitssystem und möchte eine möglichst umfassende Deckung bei fast allen Bereichen und Krankheitsbildern. Diese Befunde widerspiegeln grösstenteils auch die Ansichten der bis 29-Jährigen. Sie sind jedoch eher bereit, Einschränkungen zur Kostensenkung hinzunehmen. Auch alters- und einkommensabhängige Krankenkassenprämien stossen bei der jungen Bevölkerung auf grössere Akzeptanz.

Individuelle Einschränkung finden punktuell Zuspruch

Die generelle Bereitschaft, zur Kostensenkung im Gesundheitswesen individuelle Einschränkungen hinzunehmen, hat im Jahr 2018 in allen Altersgruppen stark abgenommen. Die hohe Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem überlagert die Kostensicht. Diese Entwicklung zeigt sich auch bei den Jüngeren, jedoch sind sie punktuell häufiger bereit, gewisse Einschränkungen hinzunehmen, wenn dadurch die individuellen Kosten sinken. Dies gilt bei der freien Arztwahl, bei der Therapiefreiheit oder beim Leistungskatalog. Gleichermassen unbeliebt in allen Altersgruppen ist demgegenüber ein eingeschränkter Zugang zu neuen Medikamenten und Behandlungsmethoden.
Altersabhängige Prämien eher akzeptiert

Die bis 29-Jährigen sind heute stärker der Meinung, dass auch in der Grundversicherung nach Alter abgestufte Prämien gelten sollten. Rund 65 Prozent (+17) der bis 29-Jährigen sind der Meinung, dass die Krankenkassenprämien nach Alter abgestuft werden sollten. In die andere Richtung verlief demgegenüber die Entwicklung bei den ab 30-Jährigen: Nur noch 15 Prozent (-27) sind dieser Ansicht.
Sinkende Zustimmung in allen Altersgruppen hat die Forderung nach einkommensabhängigen Prämien: Noch minderheitliche 48% (-30) der Jüngeren befürworten zurzeit einkommensabhängige Prämien. Bei den Älteren sind sogar nur noch ein Drittel (-34) damit einverstanden.

Möglichst umfassende Deckung erwünscht

Bei den Wertehaltungen und den Grundeinstellungen unterscheiden sich die beiden Altersgruppen nicht voneinander. Bei beiden stehen die Qualität und Quantität deutlich vor der Kostenorientierung im Gesundheitswesen. Zudem wünschen sich sowohl Jung als auch Alt, dass die Grundversicherung sämtliche Leistungen und nicht nur finanzielle Risiken abdeckt.

Der Gesundheitsmonitor ist eine Studie von gfs.bern im Auftrag von Interpharma und will die Einstellung der Schweizer Stimmberechtigten zum Gesundheitswesen zuverlässig ermitteln. Die Repräsentativbefragung wird seit 1996 einmal jährlich erstellt. 2018 wurden 1200 Stimmberechtigte in allen Sprachregionen hierfür in Face-to-Face-Interviews befragt.

Die Hauptergebnisse des Gesundheitsmonitors finden Sie hier.

Der neue #Gesundheitsmonitor von @gfsbern zeigt: Die bis 29-Jährigen sind eher bereit, individuelle Einschränkungen zur Senkung der Gesundheitskosten hinzunehmen. http://bit.ly/2yDXs5s #iph
Auch bei der jüngeren Generation stehen Quantität und Qualität im Vordergrund.
Auch bei der jüngeren Generation stehen Quantität und Qualität im Vordergrund.
 

Weitere Themen