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25. Juni 2018

Gewebeproben automatisiert bearbeiten

Die Untersuchung von Gewebeproben ist ein wichtiger Schritt z.B. zur Diagnose einer Krebserkrankung. Ein Münchner Jungunternehmen will in Pathologielaboren mit der Automatisierung und Digitalisierung des Probeneingangs die Gewebeanalysen verbessern.

Sollen Gewebeproben untersucht werden, schickt sie der Arzt in ein Labor. Dort wird die Gewebeprobe vorbereitet, entwässert, haltbar gemacht, und schliesslich werden Teile davon unter dem Mikroskop untersucht. Bei diesen Schritten geschieht heute noch vieles von Hand, etwa das Umpacken oder Beschriften von Behältern. Im ungünstigen Fall kann es dabei zu Verwechslungen, Verunreinigungen oder sogar zum Verlust von Gewebeproben kommen. Hier will das Start-up 'inveox', gegründet von Studenten und Ehemaligen der Technischen Universität (TU) München, nun eine Verbesserung erzielen, indem der Eingang der Proben ins Labor automatisiert und digitalisiert wird, wie es in einer Medienmitteilung der TU München heisst.

Neuartige Probenbehälter

Mit dem neuen System werde das Umpacken vereinfacht und die Erfassung der Proben automatisiert, sagt Mitgründer Dominik Sievert, der Molekulare Biotechnologie studiert hat: „Ein innovativer, intelligenter Probenbehälter mit integriertem Filter ermöglicht ein automatisiertes, berührungsloses Umpacken des Gewebes in die Biopsiekassette. Der Automat von 'inveox' bietet ein voll automatisiertes Probenhandling, eine sichere, gefahrenlose Entsorgung von Formalin sowie eine ID- und Laserbeschriftung von Biopsiekassetten. Ein zudem integriertes Bilderkennungsmodul ermöglicht die umfassende 3D-Dokumentation der Probe und bietet neben diagnoserelevanten Daten auch weitere Analysemöglichkeiten.“ Das Jungunternehmen hat vor kurzem die Vor-Serien-Version seines Systems vorgestellt.

Für Praxen und Spitäler

Wenn das Automatisierungssystem voraussichtlich ab Spätsommer 2018 für die Anwendung bei den ersten Kunden parat ist, soll es unter anderem bei niedergelassenen Ärzten und in Pathologielaboren von privaten und öffentlichen Kliniken zum Einsatz kommen. Und was bringt das neue System Patientinnen und Patienten? Dazu sagt 'inveox'-Mitgründerin Maria Driesel: „Unser wichtigster Antrieb ist es, Patienten schnell und vor allem zuverlässig zur Gewissheit über ihre Diagnose zu verhelfen.“ Die inveox GmbH war im Februar 2017 gegründet worden. Knapp anderthalb Jahre später hat die Firma rund 20 Angestellte.

Dank Automatisierung und #Digitalisierung soll die Zuverlässigkeit bei der Analyse von #Gewebeproben weiter gesteigert werden. http://bit.ly/2ty7i2X #iph
Die 'inveox'-Gründer Dominik Sievert (links) und Maria Driesel (2. von rechts) mit dem Prototyp ihres Automaten zur Bearbeitung von Gewebeproben
Die 'inveox'-Gründer Dominik Sievert (links) und Maria Driesel (2. von rechts) mit dem Prototyp ihres Automaten zur Bearbeitung von Gewebeproben
 

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