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2. Juli 2018

Anzahl Tierversuche weiter gesunken

Die 3R-Prinzipien finden immer mehr Beachtung in der Forschung. Die Gesamtzahl der eingesetzten Tiere verringerte sich laut Schweizer Tierversuchsstatistik kontinuierlich: Sie sank von nahezu zwei Millionen im Jahr 1983 auf 614 581 im Jahr 2017.

Die forschende Pharmaindustrie ist sich ihrer Verantwortung im Umgang mit Tierversuchen bewusst und fördert seit Jahren die Forschung nach dem Prinzip der 3R (Replace, Reduce, Refine). Damit sollen Tierversuche - wo möglich - durch Alternativmethoden ersetzt, die Zahl der Versuche reduziert, die Aussagekraft der Versuche verbessert und die Belastung für die Tiere reduziert werden. Dank den 3R-Prinzipien konnte unter anderem die Anzahl der eingesetzten Tiere in den letzten Jahren kontinuierlich gesenkt werden. Dies bestätigt die neuste Schweizer Tierversuchsstatistik.

Rückgang von über 60%

In der Schweiz müssen alle Eingriffe und Handlungen an Tieren zu Versuchszwecken von den zuständigen Behörden bewilligt werden. Jeder Tierversuch wird von einer unabhängigen Kommission beurteilt, der auch Mitglieder von Tierschutzorganisationen angehören. Ratten und Mäuse waren 2017 die am häufigsten eingesetzten Tiere und deckten zusammen mit Vögeln (inkl. Geflügel) rund 85% der Versuchstiere ab. Andere Tiere kommen nur dann zum Einsatz, wenn der Erkenntnisgewinn es rechtfertigt und keine (gleichwertigen, zugelassenen) Alternativmethoden vorhanden sind. Die Gesamtzahl der eingesetzten Tiere hat sich seit 1983 von nahezu zwei Millionen um über zwei Drittel auf 614 581 im Jahr 2017 verringert. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl Tiere über alle Institutskategorien um 2.4% ab. Die Industrie konnte die Anzahl der eingesetzten Tiere gar um 6.8% verringern.

Ohne Tierversuche keine biomedizinische Forschung

Trotz der erzielten Fortschritte und des grossen Engagements gilt es festzuhalten, dass unzählige schwere und komplexe Krankheiten wie zum Beispiel Aids, Alzheimer, Krebs und psychische Erkrankungen nach wie vor nicht geheilt werden können oder keine wirksamen Therapien zur Verfügung stehen. Um Medikamente gegen diese Krankheiten entwickeln zu können, ist die Pharmaindustrie in der präklinischen Phase darauf angewiesen, die Vorgänge sowohl am gesunden, wie am kranken Gesamtorganismus zu untersuchen. Zudem sind zur Prüfung der Sicherheit von neuen Medikamenten Tierversuche noch immer unerlässlich und in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben, denn schliesslich steht der Schutz der Patientinnen und Patienten an erster Stelle.

Die Zahl der #Tierversuche konnte im Jahr 2017 um 2.4% verringert werden, auch dank der #3R-Prinzipien (Reduce, Replace, Refine). http://bit.ly/2tYezsT #iph
Ein Grossteil der Tierversuche wird mit Mäusen und Ratten durchgeführt
Ein Grossteil der Tierversuche wird mit Mäusen und Ratten durchgeführt
 

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