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31. August 2018

Frühwarnsystem für Alzheimer und Parkinson?

Könnten neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson früh erkannt werden, könnten sie – so die Hoffnung – wirksamer behandelt werden. Ein Basler Forscherteam hat einen potentiellen Biomarker gefunden, der dabei helfen könnte.

Wenn Nervenzellen unter Stress stehen, begünstigt dies die Entstehung von Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson. Was aber ist gemeint, wenn Wissenschaftler von „Zellstress“ sprechen? Dazu die Erklärung von Prof. Dr. Stephan Frank vom Institut für Medizinische Genetik und Pathologie von Universität und Universitätsspital Basel: „Wir kennen z.B. oxidativen Zellstress, verursacht durch reaktive Sauerstoffradikale; oder Stress resultierend aus einer Überlastung der zelleigenen Eiweissfaltungs-Maschinerie im sogenannten endoplasmatischen Retikulum. Unter diesen Umständen aktiviert die Zelle in der Regel eine Stressantwort, mit dem Ziel, störende Substanzen zu eliminieren bzw. der jeweiligen Ursache entgegenzuwirken.“

Stressprodukt FGF21

Ein schweizerisch-britisch-italienisches Forscherteam unter der Leitung von Stephan Frank hat in einer neuen Untersuchung nun nachgewiesen, dass es bei bestimmten Stressantworten in Nervenzellen zur Ausschüttung des Botenstoffs FGF21 kommt. Die Wissenschaftler leiten aus ihren Beobachtungen ab, dass sich diese Substanz künftig möglicherweise als Biomarker zur Früherkennung von Alzheimer oder Parkinson nutzen lässt. Über ihre Erkenntnisse haben die Forscher kürzlich in der Fachzeitschrift 'Cell Reports' berichtet.

Komplexe Zusammenhänge

Ein Biomarker zur frühen Erkennung neurodegenerativer Erkrankungen würde vermutlich einen grossen Fortschritt in der Diagnostik sowie potentiell auch bei der Behandlung dieser Leiden ermöglichen. Stephan Frank will aber keine ungerechtfertigten Hoffnungen wecken. Es liege noch ein langer Weg vor den Forschern, um FGF21 dereinst möglicherweise als Biomarker nutzen zu können. Dazu erläutert der Basler Neuropathologe: „FGF21 kann – neben den Nervenzellen des Gehirns – auch durch zahlreiche andere Gewebe und Organe wie z.B. Skelettmuskulatur, Leber oder Pankreas synthetisiert bzw. sezerniert werden; ferner hängen FGF21-Serumlevel stark vom Ernährungszustand ab und variieren zwischen den Menschen beträchtlich. Bevor man hier also von einem Biomarker für neurodegenerative Erkrankungen sprechen kann, müssen neben weiteren Krankheitsmodellen vor allem auch umfangreiche Analysen an Patientenproben erfolgen. Das dürfte noch viele Jahren Forschung in Anspruch nehmen.“

Basler Forscher haben mit britischen und italienischen Kollegen einen Stoff identifiziert, mit dem sich neurodegenerative Erkrankungen dereinst möglicherweise früher erkennen lassen. #Alzheimer #Parkinson #Biomarker http://bit.ly/2C56WIC #iph
Forschungsbild_im Labor
 

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