Themen

11. September 2018

Zusatzstoffe treiben Blutdruck hoch

Wenn gesunde Menschen einen erhöhten Blutdruck haben, kann dafür unter anderem die Einnahme von phosphathaltigen Konservierungsstoffen verantwortlich sein. Das zeigt eine neue Studie, die unter der Leitung der Universität Basel erstellt wurde.

Phosphate sind in Lebensmitteln wie Butter, Milch und Käse enthalten und dort völlig unbedenklich. Allerdings konsumieren Menschen heute auch viele industriell hergestellte Lebensmittel, deren Konservierungsstoffe phosphatreiche Zusatzstoffe enthalten. Dadurch nehmen die Personen Phosphate in einer Form und Menge auf, die zu erhöhtem Blutdruck führen kann und mitunter unerwünschte Auswirkungen auf die Gesundheit hat, wie eine Studie unter Leitung der Universität Basel zeigt. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher berichten im «Journal of the American Society of Nephrology» über ihre Erkenntnisse.

20 Probanden

„Unsere Studie hat nachgewiesen, dass die heute über die Nahrung aufgenommenen Mengen an Phosphat auch bei gesunden Personen zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen können; auf dem Weg kommt es zu Ablagerungen in den Blutgefässen, was Herz-Kreislauf-Probleme verursachen kann“, sagt Professor Reto Krapf von der Universität Basel. An der Studie hatten sich 20 Probanden im jungen Erwachsenenalter beteiligt. Die Hälfte von ihnen nahm während elf Wochen neben dem normalen Essen Natriumphosphat-Tabletten. Die Teilnehmer der zweiten Gruppe bekamen ein Mittel, das Phosphat bindet und dessen Aufnahme hemmt; zusätzlich erhielten sie Kochsalz, um sie in Bezug auf die Gabe von Natrium der ersten Gruppe gleichzustellen. Dabei zeigte sich, dass die erhöhte Phosphataufnahme sowohl den Blutdruck als auch die Pulsfrequenz signifikant erhöhte.

Phosphate einschränken

„Um zu einer wissenschaftlich tragfähigen Aussage zu gelangen, müssen wir die Forschungsergebnisse noch bei anderen Bevölkerungsgruppen überprüfen“, sagt der Basler Internist und frühere Chefarzt der Universitätsklinik Bruderholz, „aber die bisherigen Ergebnisse lassen es bereits ratsam erscheinen, die Einnahme von Phosphaten einzuschränken.“ Personen mit Nierenproblemen wird schon seit längerem zu einer phosphatarmen Ernäherung geraten, weil die Nieren hier die Reinigung des Bluts von Fremdstoffen nur noch eingeschränkt sicherstellen. „Besondere Vorsicht ist wohl auch bei älteren Personen geboten, weil bei ihnen die Filterfähigkeit der Nieren altersbedingt abnimmt. Auch diesen Zusammenhang müssen weitere Studien aber erst noch empirisch belegen“, sagt Prof. Krapf.

Phosphatreiche #Konservierungsstoffe erhöhen den #Blutdruck auch bei gesunden Personen, wie Basler Forscher zeigen. http://bit.ly/2x52JPn #iph
Reto Krapf
Reto Krapf, emeritierter Professor der Universität Basel
 

Weitere Themen