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12. September 2018

Hilfe für das Herz

Um verengte kleine Herzkranzgefässe zu stabilisieren, setzen Ärzte schon längere Zeit permanente Gefässstützen (Stents) ein. Eine neuere Alternative zu diesen Stützen sind Ballonkatheter.

Wenn sich Herzgefässe verengen, droht eine Behinderung des Blutflusses – mit gefährlichen Folgen für den Patienten. Daher wirken Ärzte der Verengung der Gefässe (Stenosen) entgegen, indem sie Stents oder seit einigen Jahren auch Ballonkatheder in die verengten Gefässe einführen. Prof. Raban Jeger, Leitender Arzt Kardiologie am Universitätsspital Basel, hat in einer neuen Studie nun mit Kollegen belegt, dass Ballonkatheter bei kleinen Koronargefässen genau so sicher und wirksam sind wie Stents. So ist die Rate von Herzinfarkten oder Todesfällen zwölf Monate nach dem Eingriff in beiden Fällen gleich gering. Das zeigte die Auswertung der Behandlungen von rund 760 Patientinnen und Patienten, die zur einen Hälfte mit Stents, zur anderen Hälfte mit Ballonkathetern therapiert worden waren. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift 'The Lancet'.

Mechanische und pharmakologische Wirkung

Stents werden dauerhaft in das geschwächte Blutgefäss eingesetzt, Ballonkatheter hingegen nur vorübergehend, nämlich für ungefähr eine Minute. Gemeinsam ist beiden Werkzeugen, dass sie mit Medikamenten beschichtet sind, wie Prof. Jeger anhand der Studie erläutert: „In unserer Studie waren die Vergleichsstents mit zwei verschiedenen aktiven Medikamenten beschichtet: der Xience-Stent mit Everolimus, der Taxus-Element-Stent mit Paclitaxel. Der Medikamenten-beschichtete Ballon war mit Paclitaxel beschichtet. Alle diese Medikamente dienen dazu, dass die innere Gefässhaut (das Endothel) nach dem Eingriff nicht übermässig wächst und so eine Wiederverengung vermieden wird. Das Medikament wird beim Stent über mehrere Wochen abgegeben, beim Ballon dagegen in nur 30 Sekunden – deshalb ist im letzeren Fall eine höhere Dosierung notwendig.“

Vorteile von Ballonkathetern

Am Universitätsspital Basel setzen Kardiologen das Verfahren mit Ballonkathetern unterdessen standardmässig ein, um Patientinnen und Patienten mit verengten Herzgefässen zu helfen. Nach Auskunft von Raban Jeger ist diese Behandlungsmethode den Stents nämlich in mehreren Punkten überlegen. Mit dem Verzicht auf Stents könne die normale Funktion der Herzkrankgefässe aufrecht erhalten werden. Auch verkürze sich die Behandlungszeit mit Plättchenhemmern. Ferner könne das Risiko von Stentthrombosen und Wiederverengungen im Stent abgewendet werden, sagt Jeger.

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Ballonkatheder
Mit Ballonkathetern werden Verengungen bei kleinen Koronargefässen behandelt.
 

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