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19. Oktober 2018

Vereinfachter Netzhaut-Scan

Für die optimale Diagnose von altersbedingter Makuladegeneration und anderen Augenkrankheiten muss der Augenarzt Veränderungen der Netzhaut frühzeitig erkennen. Ein neuer Netzhaut-Scanner der Fachhochule Bern könnte hier wertvolle Dienste leisten.

Wer Augenkrankheiten erkennen und behandeln will, muss krankhafte Veränderungen der Netzhaut (Retina) möglichst frühzeitig registrieren. Zu diesem Zweck stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Seit gut zehn Jahren kommen Geräte zum Einsatz, die auf der Grundlage der Optischen Kohärenztomographie (OCT) arbeiten. Sie sind in der Lage, die Gewebestruktur der Netzhaut dreidimensional abzubilden, und das mit einer sehr hohen Auflösung im Mikrometerbereich. Das optoLab der Berner Fachhochschule um Prof. Christoph Meier hat nun gemeinsam mit der Firma Mimo AG (Bern) einen neuartigen Netzhaut-Scanner entwickelt, der auf der OCT-Technologie basiert, aber mit einem vereinfachten Handling für Patientinnen und Patienten einhergeht.

Automatisch gescannt und ausgewertet

Ideengeber für den Netzhaut-Scanner ist der Luzerner Augenarzt Dr. Peter Maloca, der in Basel und London forscht und die Firma Mimo AG mit gegründet hat. Peter Maloca schildert, wie der neue Scanner künftig in der Arztpraxis oder sogar zuhause in den eigenen vier Wänden eingesetzt werden soll: „Die Person, die ihre Netzhaut untersuchen lassen will, positioniert den Kopf auf dem Gerät, das etwa so gross ist wie eine Kaffeemaschine. Dann wird der Scan der Netzhaut in wenigen Sekunden und vollautomatisch durchgeführt. Die erfassten Daten werden vom Scanner gesichert, über Mobilfunk an einen zentralen medizinischen Server übertragen und dort mit Künstlicher Intelligenz analysiert. Die Ergebnisse werden dem Patienten und seinem Arzt übermittelt. Dadurch wird es möglich, Veränderungen der Netzhaut früh und zuverlässig festzustellen, sogar ohne dass sich der Patient in eine Praxis oder ein Spital begeben muss.“

Zuverlässige Diagnose

Der neue Retina-Scanner erfasst weniger Daten als die grossen, seit Jahren eingesetzten OCT-Geräte. Doch die gewonnenen Informationen seien ausreichend für die Diagnose der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) und anderer Krankheiten der Netzhaut, sagt Augenarzt Maloca. Gegenwärtig läuft die klinische Validierung des Geräts und der zugehörigen Auswertungssoftware. Verlaufen die ausstehenden Arbeiten nach Plan, steht das Gerät laut Maloca bald für die Anwendung bei Patientinnen und Patienten bereit.

Mit einem neuartigen Scanner soll es möglich werden, die #Netzhaut in den eigenen vier Wänden auf krankhafte Veränderungen zu prüfen. http://bit.ly/2EtrSKA #iph
Augenarzt Dr. Peter Maloca
Augenarzt Dr. Peter Maloca

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