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30. Oktober 2018

Grosse Familie, weniger Krebs

Eine neue Studie mit Daten aus 178 Ländern zeigt: Personen, die in einer kinderreichen Familie bzw. einem grossen Haushalt leben, haben ein geringeres Risiko, an Krebs zu erkranken soziale Faktoren scheinen ausschlaggebend zu sein.

Forscherinnen und Forscher der Universität Zürich (Prof. Dr. Frank Rühli) und der australischen University of Adelaide haben in ihrer aktuellen Studie Daten aus den meisten Ländern rund um den Globus zusammengetragen und dabei herausgefunden: Länder mit grösseren Familien – gemessen an den Fruchtbarkeitsraten und der Haushaltsgrösse – weisen ein geringeres Krebsrisiko auf. Der beobachtete Zusammenhang ist unabhängig von Einkommen, Urbanisierungsgrad und Alter, wie die Forscher in der Online-Zeitschrift 'BMC Cancer' berichten.

Emotionale Bindungen

Grosse Familien im Sinne der Studie sind Familien mit vielen Kindern, aber auch generell Haushalte, in denen viele Menschen zusammenleben. Dass in grossen Familien weniger oft Krebserkrankungen vorkommen, führen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Art des Zusammenlebens zurück, wie Prof. Dr. Maciej Henneberg. Professor für 'Anthropological and Comparative Anatomy' an der University of Adelaide sagt: „Aus unserer Sicht sind soziale Faktoren die wahrscheinlichste Erklärung für das verminderte Krebsrisiko in Grossfamilien. Insbesondere die emotionalen Bindungen zwischen den Personen scheinen einen wichtigen Einfuss zu haben.“

Männer profitieren mehr

Maciej Henneberg verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Familie und ihre Schutzwirkung das Produkt einer sehr langen evolutionären Entwicklung sind: „Menschen wurden für mindestens vier Millionen Jahre auf kollaborative Elternschaft adaptiert, so dass das Familienleben eine natürliche Anpassung ist“, sagt Henneberg. Nach Erkenntnis der an der Studie beteiligten Wissenschaftler profitieren Männer stärker vom schützenden Effekt der Grossfamilie als Frauen. Dieser Befund kann durchaus überraschen. Frühere Studien haben nämlich gezeigt, dass sich bei Frauen mit der Zahl der Schwangerschaften das Risiko für Eierstock- oder Brustkrebs vermindert.

Personen, die in grossen Haushalten leben, haben laut einer neuen Studie ein geringeres #Krebsrisiko. http://bit.ly/2DcaGaX #iph
Kind, Familie, Mutter, Vater
 

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