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12. November 2018

Verantwortungs-voller Umgang mit Antibiotika

Da immer mehr Bakterien gegenüber Antibiotika resistent sind, werden gegen Problemkeime neue Antibiotika gebraucht. Eine wichtige Rolle spielen dabei Forschungskooperationen. Auch Patienten können einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang leisten

Die Entdeckung der Antibiotika – Medikamente gegen schädliche Bakterien - ist eine der bedeutendsten medizinischen Errungenschaften überhaupt. Antibiotika sind die schärfste Waffe im Kampf gegen bakterielle Infektionen und haben Millionen Menschenleben gerettet. Doch die Wunderwaffe wird zunehmend stumpf.

Der teils übermässige und unvorsichtige Einsatz von Antibiotika führt zunehmend zu resistenten Keimen, sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin – mit lebensgefährlichen Folgen. So kann beispielsweise aus einer harmlosen Blasenentzündung eine bedrohliche Nierenbeckenentzündung entstehen. Lässt sich diese nicht eindämmen, können die Bakterien den gesamten Körper attackieren und die Patientin stirbt in kurzer Zeit an multiplem Organversagen. In Europa sterben jedes Jahr schätzungsweise 33'000 Menschen an antibiotikaresistenten Keimen.

Umfassender Informationsaustausch

Eine einfache Lösung des Problems gibt es nicht, weshalb der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen weltweit intensiviert wurde. Das Forschungsprogramm NewDrugs4BadBugs (ND4BB) beispielsweise vereint akademische Forschungsgruppen sowie Pharma- und Biotechunternehmen. ND4BB fokussiert unter anderem auf die Weiterentwicklung des Designs klinischer Antibiotika-Studien und organisiert einen umfassenden Informationsaustausch unter den beteiligten akademischen und industriellen Partnern, um die Chancen für die Neuentwicklung von Antibiotika zu erhöhen.

Kampagne «Antibiotika: Nutze sie richtig, es ist wichtig»

Neue Therapien alleine reichen aber nicht aus, um die Gefahr der Antibiotikaresistenz zu bannen. Auch Patienten und Tierhalter sollen verantwortungsvoll mit Antibiotika umgehen. Umfragen haben gezeigt, dass in der Bevölkerung noch Wissenslücken bestehen. Mit einer breit angelegten Kampagne «Antibiotika: Nutze sie richtig, es ist wichtig», die am Freitag lanciert wurde, informiert der Bund deshalb über die Bedeutung der Antibiotika, über die Risiken resistenter Bakterien und über die korrekte Anwendung dieser Medikamente bei Mensch und Tier. Animierte Figuren zeigen den sorgfältigen Umgang mit diesen Medikamenten und erläutern die Folgen, die resistent gewordene Bakterien für Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt haben können. Zudem beginnt heute die internationale Antibiotika Awarenesswoche.

Die Kampagne ist Teil der nationalen Strategie gegen Antibiotikaresistenzen StAR, die der Bundesrat 2015 lanciert hat. Sie wird von den vier Bundesämtern für Gesundheit BAG, Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Landwirtschaft BLW und Umwelt BAFU gemeinsam mit den betroffenen Akteuren umgesetzt. Insgesamt 35 Massnahmen wurden seither in Angriff genommen. So konnte gemäss BAG in der Tiermedizin die Menge der verkauften Antibiotika dank verschiedenster Massnahmen in den letzten zehn Jahren um die Hälfte reduziert werden. Im Humanbereich haben die zuständigen medizinischen Fachgesellschaften einheitliche, schweizweit geltende Verschreibungsrichtlinien formuliert. Die Ärzte sind aufgefordert, diese Richtlinien bei ihren Therapieentscheiden anzuwenden. Die Richtlinien definieren, wann Antibiotika eingesetzt werden sollen, und sie enthalten Angaben zur Wahl des geeigneten Antibiotikums, zur Dosierung und zur Therapiedauer.

Gehen Sie verantwortungsvoll mit #Antibiotika um. #Antibiotikaresistenzen http://bit.ly/2QwlEuF #iph
Antibiotika_Kampagne_Bund
Mit einer breit angelegten Kampagne «Antibiotika: Nutze sie richtig, es ist wichtig», die am Freitag lanciert wurde, informiert der Bund über die Bedeutung der Antibiotika, über die Risiken resistenter Bakterien und über die korrekte Anwendung dieser Medikamente bei Mensch und Tier.
 

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