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28. November 2018

UV-Strahlung schützt vor resistenten Keimen

Um Patienten, aber auch Pflegepersonal und Ärzte vor einer Ansteckung durch resistente Bakterien zu schützen, setzt das Universitätsspital Basel Ultraviolettstrahlung ein. Ein Jahr nach der Schweizer Premiere sind die Erfahrungen sehr positiv.

Spitäler unternehmen grosse Anstrengungen, um zu verhindern, dass Patientinnen und Patienten während ihres Aufenhalts durch krankmachende Keime angesteckt werden. Besonders wichtig ist dies bei multiresistenten Bakterien, also Krankheitserregern, gegen die bestehende Antibiotika nur noch bedingt oder gar nicht mehr wirken. Um entsprechende Ansteckungen zu verhindern, werden Patientenzimmer gängigerweise mit einer chemischen Scheuer-Wisch-Desinfektion gereinigt und mit Wasserstoffperoxid desinfiziert. Vor einem Jahr hat das Universitätsspital Basel (USB) nun als erstes Krankenhaus in der Schweiz ein mobiles Gerät in Betrieb genommen, das multiresistente Keime mit Ultraviolettstrahlung vom Typ UV-C abtötet. Die Erfahrungen mit dem Desinfektionsgerät seien nach zwölf Monaten „durchwegs positiv“, schrieb das USB jüngst in einer Medienmitteilung.

Ungefährlich für Patienten

Hat ein Patient mit multiresistenten Keimen das Spital verlassen, wird zunächst eine gängige chemische Scheuer-Wisch-Desinfektion durchgeführt, anschliessend das Zimmer während zehn bis 40 Minuten mit einem mobilen Gerät mit UV-Licht bestrahlt. Damit werden auch jene Problemkeime abgetötet, die die chemische Desinfektion mitunter überleben. Für die Patienten bedeutet die zur Reinigung eingesetzte UV-Strahlung keine Gefährdung, wie Prof. Andreas Widmer, Leiter Spitalhygiene am USB, sagt: „UV-C zerstört teils die Erbsubstanz DNA und ist gefährlich für Mensch und Bakterium. Die Desinfektion mit UV-C findet allerdings erst nach Austritt des Patienten statt, d.h. kein Patient wird den Strahlen ausgesetzt. Auch von unserem Reinigungspersonal befindet sich zum Zeitpunkt der Beleuchtung niemand im Raum. Da UV-C-Strahlen bereits durch normales Fensterglas abgefangen werden, besteht auch keine Gefahr in den angrenzenden Räumen.“

Strikte Vorbeugung

Derartige Desinfektionsgeräte werden in US-amerikanischen Spitälern schon längere Zeit eingesetzt. Ultraviolettstrahlung wird speziell zur Reinigung der Zimmer von Patienten genutzt, welche an resistenten Keimen erkrankt sind oder zumindest mit diesen besiedelt sind. Bei solchen Personen treffen Spitäler seit jeher besondere Vorkehrungen, um eine Verbreitung der Bakterien zu unterbinden, wie Prof. Widmer betont: „Diese Patienten dürfen sich während der Hospitalisation nicht frei im Spital bewegen. Zur Verhinderung der Ausbreitung im Spital und der Übertragung auf andere Patienten sowie das Personal kommen Isolationsmassnahmen (Handschuhe, Überschürze etc.) zur Anwendung. Transporte durch das Spital werden, wenn immer medizinisch notwendig, mit entsprechenden Schutzmassnahmen durchgeführt.“

Das Universitätsspital Basel bekämpft resistente #Krankheitserreger mit Ultraviolettstrahlung @UniSpitalBasel ‏ http://bit.ly/2Rk1uor #iph
Das Universitätsspital Basel setzt seit einem Jahr ein Desinfektionsgerät auf der Basis von UV-Strahlung gegen resistente Keime ein. Nach positiven Erfahrungen wird zur Zeit ein zweites Gerät angeschafft.
Das Universitätsspital Basel setzt seit einem Jahr ein Desinfektionsgerät auf der Basis von UV-Strahlung gegen resistente Keime ein. Nach positiven Erfahrungen wird zur Zeit ein zweites Gerät angeschafft.
 

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