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30. November 2018

Seltener essen, häufiger Diabetes

Erwachsene Personen, die regelmässig auf ein Frühstück verzichten, haben ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes) zu erkranken. Die Gründe für diesen erstaunlichen Zusammenhang geben der Forschung zur Zeit noch Rätsel auf.

Wissenschaftlerinnen des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf haben in einer neuen Untersuchung Ergebnisse aus sechs Beobachtungsstudien zusammengefasst, in denen insgesamt 96'000 Personen Auskunft über ihre gesundheitliche Entwicklung gaben. Rund 5'000 dieser Personen waren während des Beobachtungszeitraums an Typ-2-Diabetes erkrankt. Die Auswertung dieser grossen Datenbasis ergab: Menschen, die morgens auf die Einnahme eines Frühstücks verzichten, hatten ein 33% erhöhtes Risiko, an einer Altersdiabetes zu erkranken, dies im Vergleich zu Personen, die regelmässig frühstückten. So das Hauptergebnis der Untersuchung, die jüngst im 'Journal of Nutrition' erschienen ist.

Fehlinterpretationen vermeiden

Dieser Befund kommt überraschend, wenn man bedenkt, dass Übergewicht einer der Faktoren ist, der die Entstehung der Stoffwechselkrankheit begünstigt. Kann man das Diabetesrisiko also verringern, indem man – statt auf das Frühstück zu verzichten – zum Beispiel ein fetthaltiges oder zuckerreiches Frühstück zu sich nimmt? Das wäre eine Fehlinterpretation der neusten Studie, sagt Dr. Sarina Schlesinger, Wissenschaftlerin am Deutschen Diabetes-Zentrum und Leiterin der Untersuchung: „In unserer Studie haben wir nicht die Qualität des Frühstücks untersucht, daher können wir keine Aussage darüber treffen, ob ein 'ungesundes' Frühstück besser ist als kein Frühstück.“ Weitere Studien seien nötig, um den Einfluss der Zusammensetzung des Frühstücks auf das Diabetesrisiko zu erforschen, sagt Dr. Schlesinger.

Suche nach den Gründen

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen haben in ihrer Untersuchung nachgewiesen, dass Personen, die kein Frühstück zu sich nehmen, öfter an Typ-2-Diabetes erkranken. Das heisst aber nicht, dass der Frühstücksverzicht die Ursache für das erhöhte Erkrankungsrisiko ist. Vielmehr sei es die Aufgabe künftiger Untersuchungen, die Gründe für die Risikozunahme aufzudecken. Sarina Schlesinger betont: „Das erhöhte Risiko könnte im Prinzip darauf zurückzuführen sein, dass sich die Menschen, die nicht frühstücken, generell ungesünder ernähren, weniger körperlich aktiv sind oder mehr rauchen. Allerdings haben wir diese Faktoren in unserer Auswertung schon berücksichtigt und vermuten, dass weitere Gründe eine Erklärung für diesen Zusammenhang liefern. In zukünftigen Studien sollten mögliche Mechanismen untersucht werden, die das erhöhte Diabetesrisiko bei Frühstücksverzicht erklären könnten, wie z.B. das Auftreten von starken Blutzuckerschwankungen, erhöhte kardiometabolische Risikomarker oder erhöhte Entzündungsmarker.“

Wer nicht frühstückt, hat ein erhöhtes Risiko für #Altersdiabetes – die Gründe für diesen erstaunlichen Zusammenhang liegen noch im Dunkeln. #Frühstück http://bit.ly/2E4BKcr #iph
Frühstück
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