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23. Januar 2019

Von Farbstoffen zu Medikamenten

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in der Schweiz hat im letzten Jahrhundert einen grossen Wandel durchlaufen. Mit der Gründung von Interpharma im Jahr 1933 entstand eine gemeinsame Plattform für die Anliegen der Industrie.

Die chemische Industrie in der Schweiz entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Zulieferer für die Textilindustrie. In dieser Zeit wurden die bedeutendsten Pharmafirmen in Basel gegründet: Geigy (1859), Ciba (1884), Sandoz (1886) und F.Hoffmann-La Roche (1896). Aufgrund der sich verschlechternden Bedingungen auf dem Farbstoffmarkt wurde die Industrie forciert, Produkte mit höherer Wertschöpfung zu produzieren. Dadurch wurden die ersten Medikamente auf Basis von Steinkohle entwickelt.

Stetiger Wandel der Industrie

Bereits im frühen 20. Jahrhundert begannen sich die Firmen auf qualitativ hochstehende, pharmazeutische Spezialprodukte zu fokussieren. Während den Zwischenkriegsjahren und nach dem zweiten Weltkrieg konnte die pharmazeutische Industrie aufgrund einer Diversifizierungsstrategie stark wachsen. Zudem eröffnete die Disziplin der Biochemie neue Möglichkeiten für Diagnose und Therapie. Zwischenfälle in Seveso (1976) und Schweizerhalle (1986) lösten erstmals öffentliche Debatten über Umwelt und Sicherheit aus. Diese Erfahrungen waren massgebend für die Öffnung der Industrie und dem Dialog mit der Gesellschaft. Wenige Jahre später kam es zu einer Restrukturierung der Branche: weg von der Diversifizierung hin zur Spezialisierung. Die Zusammenführung von Ciba-Geigy und Sandoz zu Novartis im Jahr 1996 war schliesslich der Auslöser vieler Start-up Gründungen wie beispielsweise Actelion und Basilea.

Gründung Interpharma im Jahr 1933

Interpharma wurde 1933 unter dem offiziellen Namen «Verband schweizerischer chemisch-pharmazeutischer Fabriken» in Basel gegründet. Interpharma war vorerst nur die interne Bezeichnung, hat sich jedoch schnell etabliert. Der Verein wurde von vier Mitgliedern gegründet: Chemische Fabrik (vormals Sandoz Basel), Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel (Ciba), F.Hoffmann-La Roche & Co. A.-G. Basel und Dr. A Wander A.-G. Bern. J.R. Geigy AG trat Interpharma im Jahr 1942 bei.

Heute gehören Interpharma insgesamt 24 forschende Pharmafirmen an. Der Marktanteil dieser Mitgliedfirmen am Schweizer Pharmamarkt für patentgeschützte, kassenpflichte Medikamente liegt bei über 90%. Mit ihren unterschiedlichen Behandlungs- und Therapiebereichen leisten die Interpharma-Mitglieder einen relevanten Beitrag zum allgemeinen medizinischen Fortschritt und zur Verbesserung der Lebensqualität der einzelnen Patientinnen und Patienten. Sie entwickeln und produzieren Medikamente, die auf der ganzen Welt Leiden lindern und Leben retten.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in der Schweiz hat sich stark gewandelt. Seit über 85 Jahren vertritt #Interpharma die gemeinsamen Interessen der #Pharmaindustrie. http://bit.ly/2FTTDuT #iph
Biopharmakologisches Labor bei Ciba (1957)
Biopharmakologisches Labor bei Ciba (1957)
 

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